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Dicke Luft wegen Rauchverbot


Was ist kulinarisch los in Dresden und der Welt

Baden-Württemberg will jetzt auch in Straßencafés, Biergärten und Festzelten das Rauchen verbieten. Warum solche Vorstöße am eigentlichen Problem vorbeigehen und nur noch weitere Probleme schaffen…

Autor: Thomas Hack

Wer in den USA durch die Straßen schlendert, kann an manchen Restaurants wahrlich skurrile Szenerien beobachten: Mitten im Türrahmen des Eingangs stapeln sich gefühlte zwei Dutzend Gäste mit verstörenden Körperverrenkungen über- und nebeneinander und verdunkeln das Innere des Lokals wie eine Hobbithöhle. Ein neuer Weltrekordversuch? Mitnichten, denn hier geht es nicht ums Guinness-Buch, sondern ums Guinness-Bier – und die gute alte Zigarette: Drinnen ist das Rauchen verboten, draußen im Gegenzug das fröhliche Zechen nicht erlaubt. Die Folge dieser wohldurchdachten Präventionspolitik: Man stellt sich eben mitten in den Restauranteingang und streckt beide Arme soweit wie möglich vom Körper weg – in der einen Hand den Glimmstängel, in der anderen den guten Gerstensaft. Doch wer nun denkt, nur im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten sei so etwas möglich, muss seinen Blick nur auf das süddeutsche Schwabenländle richten, wo Sozialminister Manne Lucha nun in dieselbe sinnlose Kerbe schlägt…

So will er nicht nur das Rauchen im Innenbereich von Restaurantbetrieben verbieten, sondern auch in Biergärten, Straßencafés, Festzelten, Diskotheken und einfach überall dort, wo sich Menschen in einem geselligen Umfeld wohlfühlen und entspannen möchten. Dass das Rauchen an sich grundsätzlich bedenklich ist, steht auch bei den (durchaus mündigen) Rauchern außer Frage, doch solche Lösungsansätze gehen schlichtweg am Problem vorbei und werden keinen einzigen Raucher zum Nichtraucher machen. Im Gegenteil, sie schaden nur noch jeder Menge weiterer Personen, nämlich den Gastwirten und damit einer ganzen Branche, die Millionen von Arbeitsplätzen schafft.

Übertriebene Panikmache? Im benachbarten Bayern hat das Rauchverbot in Gaststätten doch auch jeder akzeptiert, oder etwa nicht? In den Kneipen, die diesen Gesetzesbeschluss überhaupt überlebt haben, vielleicht. Doch wer exemplarisch etwa die Augsburger Altstadt erkundet, kann oftmals nur noch an den Fassaden erahnen, wo sich vor zwei Jahrzehnten noch eine blühende Gastronomiekultur befunden hatte. Zugegeben, viele andere profitieren durchaus von solchen Rauchverboten: Heizpilz-Konstrukteure, streitsüchtige Nachbarn, das Sicherheitspersonal von Volksfesten. Denn die bayerische Security ist dort mittlerweile kaum mehr „im“ Festzelt notwendig, sondern sehr viel mehr „außerhalb“ der großen Sause.

Fazit: Mit solchen Gesetzen wird ein Gast niemals aufhören, ein Raucher zu sein. Ein Gast wird aufhören, ein Gast zu sein. Und in Zeiten des alarmierenden Wirtshaussterbens ist ein striktes Rauchverbot sicherlich kein schlechter Weg, dieses auch seitens der Politik konsequent zu Ende zu bringen. Da denkt man doch gerne an den Kabarettisten Hape Kerkeling zurück, als er erzählte: „Da hat sich doch letztes Mal mitten im Gottesdienst einer eine Kippe angezunden! Mir ist ja fast das Bier aus der Hand gefallen…“

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