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Augusto im Gastgespräch mit Jagjit Singh und Sukhbir Kaur - im Yogi Indisches Restaurant Dresden!

Aktualisiert: 5. Jan. 2023


 Jagjit Singh und Sukhbir Kaur in ihrem Restaurant Yogi. © Marcel Pochanke
Jagjit Singh und Sukhbir Kaur in ihrem Restaurant Yogi. © Marcel Pochanke

Dresden, 15.10.2022 (Laubegast)

Inhaber Jagjit Singh und Sukhbir Kaur berichten, wie sie auf jedes Detail achten, damit der Gast sich wie auf einer Reise nach Indien fühlen kann.

(Ein Beitrag von Marcel Pochanke)

Das Yogi in Dresden-Laubegast, nicht weit vom Elberadweg gelegen, bietet mittags und abends eine große Auswahl indischer Kochkunst. Pakora, Panir, Lammspezialitäten oder Tandoori-Gerichte finden sich auf der umfangreichen Karte. Der Name Yogi, der nach Entspannung und indischer Kultur klingt, steht für das Programm. Herr Singh, Frau Kaur, seit wann gibt es das Yogi in dieser Form? 2012 wurde es gegründet, 2018 haben wir es übernommen. Wir hatten zuvor schon im Yogi gearbeitet.


Was haben Sie vor vier Jahren im Restaurant verändert? Wir haben vor allem die Tische modernisiert. Die alten mit schweren Decken drauf waren uns in der Coronazeit auch zu unhygienisch. Auch die Stühle sind neu, die haben wir direkt aus Indien. Dafür haben wir die Corona-Zeit genutzt. Es ist typisch indisch aus indischem Holz. Innen haben wir sonst nicht viel verändert, wir wollten schon das typisch Indische so belassen.


Würde es in Indien in einem Restaurant genauso aussehen? Ja… also Indien ist groß. In Südindien sehen die Restaurants ein bisschen anders aus. Was wir haben, passt sonst zu jedem Teil von Indien.

Sie stammen beide aus Indien? Sukhbir Kaur: Mein Mann ist aus Indien aus der Region Punjab, ich habe indische Wurzeln und bin in Deutschland aufgewachsen.


Wie ist das mit der Küche? Ist sie auch typisch für ganz Indien oder für eine spezielle Region? Wir haben alles von Indien – bis auf die südindische Küche, die ist noch einmal speziell.


Wie ist das mit der berühmten Schärfe? Das ist bei uns wie bei den meisten Indern. Wir haben die drei Grade mittelscharf, scharf und indisch scharf – was kaum einer essen kann. Meist wird hier in Europa halt europäisch scharf bestellt, was für uns ganz mild ist.


Also obwohl Sie hier aufgewachsen sind, Frau Kaur, essen Sie indisch scharf? Ja, das macht der Kontext von zu Hause.

Das Yogi liegt an der Österreicher Straße nicht weit vom Elberadweg entfernt. © Marcel Pochanke
Das Yogi liegt an der Österreicher Straße nicht weit vom Elberadweg entfernt. © Marcel Pochanke

Sie haben Corona schon erwähnt. Wie ist es dem Yogi da insgesamt gegangen? Wir bieten Lieferungen an. Die haben uns in der schwierigen Zeit geholfen. Das lief auch gut, die Stammgäste haben weiter bestellt und sind uns treu geblieben.


Wie groß ist der Anteil des Liefergeschäftes aktuell bei Ihnen? Ungefähr 50/50. Wir haben das Mittagsgeschäft, was gut läuft mit immer wechselnden Angeboten, zum Beispiel sechs vegetarische und sechs Gerichte mit Hühnchen. Davon bestellen die Leute immer viel. Es kommen und bestellen auch viele Stammgäste, muss ich sagen, hier aus Laubegast.


Für Touristen ist es wahrscheinlich schon zu weit außerhalb. Ja. Durch die Gäste aus der Umgebung, die nicht so jung sind wie etwa in der Neustadt, geht es am Wochenende abends bis 22 Uhr oder 22.30 Uhr, unter der Woche nur bis 21 Uhr. Das kommt uns mit drei Kindern auch entgegen. Wir sind gut befreundet mit den Inhabern vom Taste of India, da sieht das anders aus.


Sind Sie froh mit Ihrer Lage hier in Dresden-Laubegast? Auf jeden Fall.


Kochen Sie auch selbst? Sukhbir Kaur: Wir haben einen professionellen Koch aus Indien. Mein Mann kann auch kochen, wenn er gebraucht wird. Er ist ein Allrounder. Er kocht, macht den Service, fährt Lieferungen.

Jagjit Singh: Meine Frau hat auch ihre Spezialität: Sie bedient den Tandur, den mit Kohle befeuerten Backhofen. Dort werden die Naan-Brote gebacken.


Sie haben einen Kohleofen? Ja. Aus Lehm, wo Holzkohle reinkommt. Typisch indisch. Das ist nicht einfach, man geht mit dem Arm da rein, drückt das Brot an die Seite. Es ist sehr heiß da drin. Wir finden das auch besser, viele haben inzwischen einen Tandur mit Gas. Aber man schmeckt beim Fladenbrot den Unterschied, finden wir.


Es gibt aktuell Probleme mit Kohlelieferungen. Ist das bei Ihnen auch so? Wir merken das gerade. Es ist teurer geworden und unser Lieferant kann nicht mehr jede Woche liefern, da müssen wir gerade selbst schauen, wo wir das herbekommen.


Ist das Yogi eher ein Sommer- oder Wintergeschäft? Eindeutig Winter. Die Saison geht gerade richtig los. Im Sommer ist es eher ruhig, was vielleicht auch daran liegt, dass das würzige Essen und die Wärme nicht so gut zusammengehen. Obwohl man bei uns auch schön draußen sitzen kann. Im Winter kommt es vor, dass wir Gäste wegschicken müssen. Das finden wir sehr schade. Wir überlegen, ob wir einen Wintergarten ausbauen, damit wir mehr Plätze haben.


Welche weiteren Ideen und Pläne gibt es? Neben dem Wintergarten. Ja. Jagjit überlegt, künftig hier auch Köche zum Kochen indischer Gerichte auszubilden. Es ist schwierig, das Personal aus Indien zu bekommen. Die Bürokratie und der Aufwand wachsen, das dauert immer sehr lange.


Sollen das auch Menschen mit indischen Wurzeln sein? Das ist ganz egal. Jeder, der das gern lernen möchte. Das ist die Idee. Wir versuchen auch gerade, uns zu erweitern. Vielleicht nächstes Jahr kann es sein, dass wir noch ein Schnellrestaurant eröffnen. Wo, wollen wir noch nicht verraten.


Wenn jemand, der hier in Deutschland kochen gelernt hat, die indische Küche, wie es sie hier gibt, lernen möchte: Wir lange, denken Sie, würde er brauchen? Das kommt darauf an, wie sehr er sich darauf einlassen möchte. Es gibt so viele Gewürze, das ist die Schwierigkeit. Garam Masala, die Würzmischung zum Beispiel, besteht aus fünf oder sechs Gewürzen. Unser Koch bereitet die aber auch noch selbst zu, röstet dafür die einzelnen Gewürze. Den Unterschied schmeckt man, das ist das Geheimnis.


Wer das Yogi noch nicht kennt – warum sollte man auf jeden Fall mal hier vorbeikommen? Auf jeden Fall die Atmosphäre. Wir beide sind meistens hier vorne am Service und begrüßen die Gäste als indisches Ehepaar. Unsere Vorstellung ist, dass die Gäste sich so fühlen, als wären sie auf einer kurzen Reise in Indien.

Typisch indisch. Die Stühle aus Holz haben die Inhaber sogar extra aus Indien importiert. © Marcel Pochanke
Typisch indisch. Die Stühle aus Holz haben die Inhaber sogar extra aus Indien importiert. © Marcel Pochanke
 

Yogi Indisches Restaurant

Österreicher Straße 21, 01279 Dresden

Telefon: 0351 25300730

 

Herausgeber:

Saxo-Phon GmbH

Verantwortlich: Frank Treue

Ostra-Allee 20, 01067 Dresden

0173 180 2727

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