Dresden: Baustart für Campuslinie – Nossener Brücke wird neu gebaut, Fertigstellung bis 2031 geplant
- Redaktion

- 9. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Weitere Einordnungen und Entwicklungen der Branche findet ihr in der Dresden-Radar-Übersicht.

Mit dem ersten Spatenstich an der Kreuzung Nossener Brücke/Budapester Straße ist in Dresden eines der größten Infrastrukturprojekte der kommenden Jahre offiziell gestartet. Die neue Campuslinie soll künftig den Dresdner Westen direkt mit der Technischen Universität Dresden verbinden. Gleichzeitig wird die marode Nossener Brücke vollständig neu errichtet und um eine eigene Straßenbahnbrücke ergänzt. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für Mitte 2031 vorgesehen.
Das Vorhaben bewegt nicht nur den öffentlichen Nahverkehr. Mit Investitionen von rund 324 Millionen Euro zählt die Campuslinie zu den bedeutendsten Verkehrs- und Stadtentwicklungsprojekten der Landeshauptstadt.
Ein Projekt mit enormer Bedeutung für Dresden
Die neue Straßenbahnstrecke wird rund 1,7 Kilometer lang und soll die heute stark ausgelastete Buslinie 61 deutlich entlasten. Künftig entstehen neue Direktverbindungen zwischen Gorbitz, der TU Dresden und dem Hauptbahnhof.
Nach Angaben der Dresdner Verkehrsbetriebe sollen künftig rund 18.700 Fahrgäste täglich die neue Verbindung nutzen – etwa dreimal so viele Menschen wie heute.
Oberbürgermeister Dirk Hilbert bezeichnete das Projekt als „enorm wichtiges Verkehrsprojekt“. Auch die TU Dresden sieht große Vorteile für Studierende, Wissenschaftler und Beschäftigte.
Nossener Brücke wird komplett neu gebaut
Kernstück des Vorhabens ist der Neubau der Nossener Brücke. Dabei entsteht in der Brückenmitte ein zusätzlicher Straßenbahnabschnitt. Für den Autoverkehr bleiben weiterhin vier Fahrspuren erhalten. Zusätzlich werden moderne Radwege, breite Fußwege und barrierefreie Haltestellen geschaffen.
Besonders interessant ist aus unserer Sicht die Kombination verschiedener Verkehrsarten. Während vielerorts über Verkehrswende diskutiert wird, entsteht hier ein Projekt, das Straßenbahn, Radverkehr, Fußgänger und Individualverkehr gleichzeitig berücksichtigt.
Mehr Grün, weniger Lärm
Entlang der Nürnberger Straße wird künftig ein Rasengleis verlegt. Vier neue Baumreihen sollen der Straße einen Alleecharakter verleihen. Zusätzlich entstehen neue Aufenthaltsflächen vor der Ruine der Zionskirche sowie ein moderner MOBIpunkt mit Sharing-Angeboten und Ladeinfrastruktur.
Wir sehen darin mehr als ein reines Verkehrsprojekt. Für Dresden bedeutet das auch eine deutliche Aufwertung eines stark frequentierten Stadtraums zwischen Südvorstadt, TU-Campus und Plauen.
Bauarbeiten bis 2031
Die Bauarbeiten erfolgen in mehreren Abschnitten:
Von Juni 2026 bis Mai 2028 entstehen die nördliche Straßenseite der Nürnberger Straße sowie der nördliche Brückenzug.
Zwischen 2028 und 2030 folgen die südliche Straßenseite und die neue Straßenbahntrasse.
Bis Mitte 2031 wird schließlich der südliche Brückenzug fertiggestellt.
Während der gesamten Bauzeit sollen Nossener Brücke und Nürnberger Straße grundsätzlich in beide Richtungen befahrbar bleiben. Dennoch müssen Autofahrer, Radfahrer und Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs in den kommenden Jahren mit Einschränkungen und Umleitungen rechnen.
Erste Einschränkungen bereits ab Juni
Bereits ab dem zweiten Juniwochenende beginnen erste nächtliche Sperrungen auf der Nossener Brücke. Ab dem 15. Juni wird zudem die Buslinie 62 umgeleitet. Weitere Änderungen betreffen die Linie 61 sowie später die Straßenbahnlinie 8.
Für Anwohner, Pendler und Studierende wird das Projekt Geduld erfordern. Gleichzeitig dürfte kaum jemand bestreiten, dass die bestehende Infrastruktur an vielen Stellen dringend modernisiert werden muss.
Unsere Einordnung
Aus unserer Sicht gehört die Campuslinie zu den wenigen Großprojekten, die weit über den Verkehrsbereich hinausreichen. Die Verbindung zwischen Wissenschaftsstandort, Wohnquartieren und Arbeitsplätzen stärkt die Wettbewerbsfähigkeit Dresdens langfristig.
Wir sehen zugleich die Herausforderung, dass fünf Jahre Bauzeit für Anwohner, Unternehmen und Pendler eine enorme Belastung darstellen werden. Entscheidend wird sein, wie transparent die Stadt, die DVB und die Projektpartner über Baufortschritte und Einschränkungen informieren.
Für Dresden und die Region ist das Projekt relevant, weil Mobilität zunehmend zum Standortfaktor wird. Wer Fachkräfte, Studierende und Unternehmen gewinnen will, braucht leistungsfähige Verkehrsverbindungen.
Fazit
Mit dem Baustart der Campuslinie beginnt eines der größten Infrastrukturprojekte Dresdens. Die Investition von 324 Millionen Euro soll die Verkehrsanbindung der TU Dresden verbessern, die Buslinie 61 entlasten und neue Direktverbindungen schaffen.
Ob das Projekt am Ende als Vorzeigeprojekt oder als Dauerbaustelle wahrgenommen wird, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Wir bleiben dran, denn die Auswirkungen auf Verkehr, Stadtentwicklung und Lebensqualität werden viele Dresdner unmittelbar betreffen.
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Diskussionsfrage:
Sind Großprojekte wie die Campuslinie trotz jahrelanger Baustellen der richtige Weg für Dresdens Zukunft – oder überwiegen die Belastungen für Anwohner und Unternehmen?
Tags:
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Autor:
Redaktion Lust auf Dresden











