KOCHAUSBILDUNG: „Es macht mich glücklich, Menschen mit gutem Essen zu erfreuen“



Die Zahl der Koch-Auszubildenden in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Die Arbeit als Koch fordert viel, bietet aber auch viel. Ein junger Azubi erzählt, was ihn antreibt.

Autor: Kristina Presser Samuel Dietsch ist 15 Jahre alt und damit der jüngste Koch-Azubi, der je im Hotel Zugspitze in Garmisch-Partenkirchen gearbeitet hat. Wo es beruflich für ihn hingehen soll, wusste er trotz seines jungen Alters und im Gegensatz zu vielen Altersgenossen schnell sehr genau: hinter den Herd. Woher dieser Wunsch kommt? „Ich glaube, das ist bei mir so wie bei den meisten: Der Papa ist schuld. Der ist auch Koch und mein Vorbild“, sagt Samuel. Schon als er klein war, habe er ihm zuhause beim Kochen zugeschaut, fand es toll, wie sein Vater aus verschiedenen Zutaten immer wieder etwas Neues kreierte. Seine Leidenschaft fürs Kochen war geweckt. Mit 14 wurde der Azubi-Vertrag unterschrieben, mit 15 startete im September 2020 die Ausbildung zum Koch.


Damit gehört Samuel Dietsch zu einer schwindenden Zahl an jungen Leuten, die sich für eine Ausbildung in der Gastronomie oder Speisezubereitung entscheiden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) im Sommer 2020 mitteilte, sind die Zahlen dort seit Jahren rückläufig, haben sich seit 2010 sogar nahezu halbiert: 2019 sank die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Vergleich zu 2010 um 45,3 Prozent. Gleichzeitig gehört der Beruf Koch/Köchin zu den Top Ten der unbesetzten Ausbildungsstellen (Platz 7), die die Bundesagentur für Arbeit im Juli 2020 veröffentlicht hat.


„Ein Job, der Spaß macht, und bei dem man die Welt erkunden kann“

Gründe für den schweren Stand der Gastronomie bei potenziellen Nachwuchskräften dürften unter anderem die teils unschönen Arbeitszeiten und das hohe Stresslevel sein. Für Samuel kein Argument. „Bisher finde ich das eigentlich ganz cool, auch spät am Abend noch nicht zuhause sein zu müssen, aber vielleicht ändert sich das irgendwann auch mal.“ Etwas Druck lasse ihn außerdem konzentrierter arbeiten. Ein Schreibtischjob komme für ihn erst mal nicht in Frage. „Ich mag es eher, etwas mit den Händen zu tun und den Kopf muss man dabei ja auch einsetzen.“ Gleichzeitig ist er sich sicher, „dass der Job des Kochs auf absehbare Zeit – zumindest innerhalb meiner Generation – nicht von Maschinen oder Robotern zufriedenstellend erledigt werden kann“. Denn dazu gehört insbesondere die Arbeit mit Menschen, mit Zulieferern und Landwirten, der respektvolle Umgang mit Lebensmitteln und deren „liebevolle“ Verarbeitung. Und nicht zuletzt der Gastgeber-Gedanke.

Danach gefragt, wo er seine Zukunft sieht, sagt Samuel: „Auf jeden Fall hinter dem Herd. Es macht mich einfach glücklich, Menschen mit gutem Essen zu erfreuen.“ Wo genau das dann sein soll, da will er sich noch nicht festlegen. „Aber es wäre ein Traum von mir, vielleicht einmal auf einem großen Kreuzfahrtschiff zu arbeiten, mit vielen internationalen Kollegen, in einem tollen Team. Ein Job, der Spaß macht, und bei dem man zugleich die Welt erkunden kann.“ Beides bietet die Arbeit als Koch – und noch vieles mehr. (Hotel Zugspitze/max.Board/Destatis/KP)

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