Steigende Kosten auch künftig an Gäste weitergeben?
- Redaktion Lust auf Dresden

- 21. Juni 2022
- 3 Min. Lesezeit

Dresden, 21.06.2021
Jeder von uns hat es längst im eigenen Geldbeutel gespürt, die Preise auch in der Gastronomie sind deutlich gestiegen. Das dieser Trend weiter anhalten wird, daran wird wohl derzeit kaum jemand zweifeln.
In einer erst kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung gibt es seitens der Politik jetzt Pläne, dass steigende Kosten in der Gastronomie künftig nicht mehr an Gäste weiter gegeben werden sollen. Das wäre dann mit Sicherheit der Suizid für jeden Gastronomen!
Diese Meldung hat auch den DEHOGA (Deutsche Hotel- und Gaststättenverband) auf den Plan gerufen und dieser rät Gastronomen, ihre gestiegenen Kosten unbedingt an Gäste weiterzugeben. Jeder Gastronom der vernünftig kalkuliert, wird sich über diese Meldung wohl eher wundern, denn wie sonst soll der Betrieb wirtschaftlich aufrecht erhalten werden, wenn nicht über eine ausgewogene Rentabilitätsplanung.
Wie auch sonst soll die Branche lebensfähig bleiben? In keiner anderen Branche gibt es derartige Diskussionen und Überlegungen. Wie selbstverständlich werden aktuell vielerorts steigende Kosten auf die Endverbraucherpreise umgelegt und überall zahlen wir heute mehr und spüren die steigende Inflation hautnah. Wie lange so ein Zustand haltbar ist und welche logischen Folgen sich hieraus ergeben werden, auch darüber darf jeder Interessierte in Geschichtsbüchern selbst nachlesen ...
Das Gäste zwangsläufig ausbleiben, auch darüber haben wir bereits mehrfach berichtet, ist ein Dilemma, dem sich niemand entziehen kann, wenn Kosten explodieren und die Menschen sparsamer werden müssen.
Da helfen auch keine Konstrukte wie Eintrittsgelder oder solche Modelle wie das „coperto“ nach italienischem Vorbild, also Pauschalgebühren für den Restaurantbesuch oder das nutzen eines eingedeckten Tisches inklusive kleiner Beigaben zu erheben.
Es geht auch nicht um die Frage wieviel Mut ein Gastronom zur Preiserhöhung haben sollte, sondern um die Tatsache, dass eine unfähige Politik die gesamte Wirtschaft seit vielen Monaten ruiniert, Menschen krank macht und eine nie dagewesene Missstimmung und ein nie dagewesenes Misstrauen geschaffen hat.
Leider werden primär nur die Betroffenen selbst zum Schauplatz der Ereignisse gemacht, die wahren Ursachen werden geleugnet, nicht wirklich angesprochen, noch gibt es Einigkeit, gezielt dagegen vorzugehen - eben weil es uns alle angeht.
Wie die Branchenorganisation Hotel & Gastro Union in ihrem gestrigen Beitrag auf Hogapage berichtet, hat die Gastronomie- und Hotelbranche seit der Corona-Pandemie vermehrt mit Personalmangel zu kämpfen und weist die Arbeitgeber und Politiker dringend darauf hin, dass gehandelt werden muss.
In unserem gestrigen Beitrag "Gastronomie sucht verzweifelt nach Mitarbeitern" haben wir zum x-ten Male auf dieses Problem hingewiesen, welches im Übrigen nicht erst seit der Corona-Pandemie besteht!
Allerdings hat die Corona-Politik eine Situation geschaffen, die durch kein Manifest, so wie von der Hotel & Gastro Union gedacht, zu einem wirklichen Wandel und Lösung in der Branche hinsichtlich des Personalmangel führen kann.
Schon jetzt läuten wieder die politischen Glocken der Angst und der nächste Herbst soll voraussichtlich die nächsten Zwangsmaßnahmen bringen. Niemand wird bei gesundem Menschenverstand in solch einer Zeit in eine Branche zurückkehren wollen, über der solche große Gefahren wie Kurzarbeit, Lohnausfall und Schließungen schweben.
Ein einziger Widerspruch in sich wäre es doch, bei steigenden Kosten in allen Lebensbereichen seinen Lebensunterhalt dort zu suchen, wo dieser am meisten gefährdet ist.
Weder eine verbesserte Lohnpolitik, noch eine verbesserte Ausbildung und Wertschätzung, besseres Arbeitsklima noch flexiblere Arbeitszeiten, führen zu generellen Lösungen.
Wer die wahren Ursachen nicht erkennt und beseitigt, wird sich immer nur mit deren Auswirkungen beschäftigen ohne das sich wirklich etwas ändert!
Allen Beiträgen und Kommentaren auf diversen Kanälen und in themenspezifischen Quellen ist eines gleich, der Ruf an die Politik zu erkennen, zu verstehen und zu ändern.
Doch scheint man dort offensichtlich völlig überfordert und ohne jeden Verstand, dass politische Klima in unserer Welt wieder in gesunde vernünftige Bahnen lenken zu wollen.
Stattdessen wird täglich munter Wasser gepredigt und selbst Wein gesoffen - irgendwie kommt einem das doch bekannt vor, zumindest wenn man im Osten der Republik aufgewachsen ist.












