Erstes Steak aus dem 3D-Drucker

 

 

 

 

Was ist kulinarisch los in Dresden und der Welt

 

Ein spanisches Start-up stellt erstmals ein Steak auf pflanzlicher Basis her, das in Geschmack und Konsistenz angeblich echtem Fleisch gleiche. Bald sollen die gedruckten Pattys auch in der Gastronomie verarbeitet werden.

Autor: Kristina Presser

 

Irgendwie hat man ja nur darauf gewartet – auf Lebensmittel aus dem 3D-Drucker. Das spanische Start-up-Unternehmen Nova Meat aus Barcelona hat jetzt seinen Forschungsansatz präsentiert und das nach eigenen Angaben erste 3D-gedruckte Steak auf pflanzlicher Basis hergestellt. Der Clou: Nicht nur der Geschmack sei der von echtem Rindfleisch, sondern auch die Konsistenz. Hinter der Entwicklung stecke aber weniger die Begeisterung für zukunftsgewandte Technik, als vielmehr der Wunsch nach einer Lösung für ein ernstzunehmendes Problem, das uns alle betrifft.

 

Die Zubereitung dauert weniger als zehn Minuten
Motor und Ideengeber des Projekts ist Giuseppe Scionti. Mit seinem Start-up, das sich auf Lebensmitteltechnik spezialisiert hat, will der Gründer und CEO von Nova Meat eine fleischlose Alternative auf pflanzlicher Basis anbieten. Grund für ihn seien unser derzeitiges Viehzuchtsystem und die Lebensmittelversorgung, die für die Umwelt nicht nachhaltig seien. Daher bestehen die synthetisch erzeugten Fleischpattys aus Reisprotein, Erbsenprotein und Algenfasern. Das Besondere daran: Durch die Zugabe pflanzlicher Stoffe, die Proteinkomplexe nachahmen, soll ein typischer Fleischgeschmack entstehen. Der in Biomedizin promovierte Forscher will also nicht einfach nur Fleischersatzprodukte kreieren, die die typisch faserige Konsistenz von herkömmlichem Fleisch haben, sondern die gleichzeitig auch wie echtes Rindfleisch schmecken. Die dafür notwendige Technologie entwickelte er in den letzten zehn Jahren als Wissenschaftler und Assistant-Professor an Universitäten in Spanien und England im Bereich der Gewebeentwicklung. Dabei orientierte sich Scionti an Bioprintern, nutze deren Technik und passte sie an, um eine originalgetreue Gewebestruktur nachzuahmen. Entstanden ist so nun eine rötliche Paste, die in den 3D-Drucker eingeführt und durch eine Düse zu einem Fleischstück geformt wird. In weniger als zehn Minuten kann dieses dann zubereitet und gebraten werden.

 

Bald auch in der Gastronomie?
Bisher seien drei Varianten geplant: Rinder-Steak, Hähnchenbrust und Thunfisch-Steak. Aktuell kostet der Druck von 100 Gramm des Fleischersatzes umgerechnet noch etwa 2,65 Euro. Mit steigender Produktionsmenge würde der Preis aber sinken. Im vergangenen Sommer hat der Forscher, der 2019 vom Smithsonian Magazine zu einem der „Nine Innovators to Watch in 2019“ ernannt wurde, bereits Patent für sein Produkt angemeldet. Giuseppe Scionti ist zuversichtlich, dass Nova Meat in fünf Jahren seine Produkte und Prozesse soweit optimiert hat, dass es die künstlichen Fleischpattys auch in Supermärkten und in der Gastronomie geben wird. Für die nahe Zukunft wünsche er sich, dass die Europäische Union mehr in die pflanzenbasierte Fleischforschung investiere und es ein Nahrungsmittelversorgungssystem gibt, das gesund ist und zugleich effizienter und nachhaltiger für die Umwelt.

 

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