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4000 weitere Bäume für das Waldgebiet „Haselberg“ bei Oelsen

Pflanzaktion Gerd Kastenmeier und seine 3 Koch-Azubis. Foto Tobias Koch
Pflanzaktion Gerd Kastenmeier und seine 3 Koch-Azubis. Foto Tobias Koch


Vier Unternehmer aus Sachsen führen die Pflanzaktion „Lebendiger Mischwald“ fort

Ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz


Im Rahmen der Aktion „Lebendiger Mischwald“ wurden im Waldgebiet Haselberg bei Oelsen

erneut 4000 junge Bäume gepflanzt. Die Aktion war vor einem Jahr durch sächsische Unter-

nehmer gemeinsam mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz ins Leben gerufen worden.

Damals wurden 3000 Weißtannen in der Gemarkung Haselberg gepflanzt. In diesem Jahr

kamen 2500 Rotbuchen und 1500 Weißtannen in die Erde. Die Kosten von 10.000 Euro für

die Jungpflanzen, die Pflanzung und die Pflege tragen wieder vier sächsische Unternehmen:

Elaskon Sachsen, die DT Abbruch- und Tiefbau GmbH, „Lebensmitteltechnik und

Industriemontage Schachinger“ aus Dresden sowie die SCR GmbH aus Glaubitz.


Initiator der Aktion ist Karl Schwald, Geschäftsführer von Elaskon Sachsen und passionierter

Jäger. Er kümmert sich als Mitglied des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz und als

Jagdpächter um das Eigenjagdgebiet des Vereins bei Oelsen und kennt die Herausforderungen

im Waldumbau. „Wie in vielen Wäldern hat auch das Waldgebiet bei Oelsen durch Borkenkäfer

und die Klimaveränderung Schaden genommen“, so Karl Schwald. „Der natürliche Aufwuchs

junger Bäume hat es schwer, zumal es in dieser Gemarkung außerordentlich viel Wild gibt.

Daraus entstand die Idee, den Verein beim Waldumbau und der gezielten Pflanzung von

Jungbäumen zu unterstützen und sächsische Unternehmer als Sponsoren ins Boot zu holen.“

Pflanzaktion Karl Schwald und Thomas Westphalen vl Foto Tobias Koch
Pflanzaktion Karl Schwald und Thomas Westphalen vl Foto Tobias Koch

Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz

Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz besitzt im Gebiet um Oelsen in der Gemeinde Bad

Gottleuba-Berggießhübel 657 ha Eigentumsflächen, die zu einem großen Teilen zum Natur-

schutzgebiet „Mittelgebirgslandschaft um Oelsen“ gehören. Dazu zählen neben wertvollen

Bergwiesen ca. 450 ha Wald, darunter erhebliche Anteile reiner Fichtenwald. Vor zwei Jahren

wurde auf Teilflächen der Gemarkung Haselberg bereits eine Durchforstung durchgeführt, um Licht

und Platz für eine Naturverjüngung zu schaffen. Dabei wurde klar, dass der Mensch helfen muss,

damit sich hier ein standortgerechter, widerstandsfähiger Mischwald entwickeln kann mit einer

Balance zwischen naturschutzgerechtem Wald und dem Wildbestand.


Thomas Westphalen, Vorsitzender des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e.V., ist sehr

dankbar, dass die Aktion „Lebendiger Mischwald“ fortgesetzt wird: „Die Schäden in den Wäldern

können nur durch einen kontinuierlichen, standortgerechten Waldumbau ausgeglichen werden.

Mit Karl Schwald und der Jägerschaft in unserem Eigenjagdgebiet arbeiten wir seit Jahren ohnehin

eng zusammen. Die Herausforderungen im Waldumbau können wir nur gemeinsam meistern.“


Freiwilligen-Teams aus den Unternehmen und Koch-Azubis halfen bei der Pflanzung mit

Zusätzlich zu ihrem Sponsoring unterstützten die vier Unternehmen mit Manpower den ersten

Pflanztag und fanden sich mit Freiwilligen-Teams zur Pflanzung ein. Auch Mitglieder des

Landesvereins Sächsischer Heimatschutz und die Jägerschaft Oelsen waren vor Ort.


Zusätzliche Unterstützung kam vom Dresdner Gastronomen Gerd Kastenmeier, der seine drei

Koch-Azubis mitbrachte und darüber hinaus für die Verpflegung der ganzen Mannschaft sorgte.

Außerdem kontaktierte der passionierte Koch und Jäger das Berufliche Schulzentrum für

Gastgewerbe in Dresden und gewann rund 20 angehende Köche aus dem ersten Ausbildungsjahr

dafür, bei der Pflanzung der Bäume mitzuhelfen. Im Gegenzug wollen die Jäger für die

Kochausbildung ein Wildschwein zur Verfügung stellen, damit sich die jungen Köche darin üben,

Wild aus der Region zu verarbeiten.


Die vor einem Jahr gepflanzten Weißtannen sind sehr gut angewachsen

Von den 3000 Weißtannen, die im Vorjahr in den Boden kamen, sind trotz der großen Trockenheit

zu 90 Prozent sehr gut angewachsen. „Damit war die Pflanzung der 3000 Weißtannen im letzten

Frühjahr ein großer Erfolg“, betont Thomas Westphalen. „Die unkomplizierte, tatkräftige und vor

allem unbürokratische Hilfe der Unternehmer hat uns vorangebracht, und wir freuen uns sehr, dass

wir in diesem Jahr sogar 4000 Bäume pflanzen können.“


In ihrem ersten Standjahr sind die jungen Weißtannen – ausgehend von durchschnittlich 15

Zentimetern Höhe - um rund 10 bis 12 Zentimeter gewachsen. Die fachliche Planung und die

weitere Betreuung der Pflanzen übernahm Torsten Winkler von der OGF GmbH Potsdam,

Standort Kesselsdorf. Im Herbst hat die OGF im Auftrag des Landesvereins ein Verbiss-

Schutzmittel auf der Basis von Schafsfett auf die Stämme der jungen Bäume aufbringen lassen,

um sie vor Wildschäden zu schützen, denn die Flächen sind nicht eingezäunt. Das ist auch dieses

Mal geplant.


Die Jungbäume stammen aus einer Baumschule in der Region

Für die aktuelle Pflanzung haben die Fachleute sowohl Weißtannen als auch Rotbuchen für die

etwa ein Hektar große Fläche ausgewählt, damit sich unter den noch vorhandenen Fichten ein

gesunder Mischwald entwickelt.


Die jungen Bäume wurden über 2 bis 5 Jahre in der Baumschule F.-O. Lürssen in Großthiemig

gezogen. Das Saatgut für die Rotbuchen stammt aus der Region, wurde hier geerntet, geprüft und

zertifiziert.


Die regionale Herkunft von Saatgut und Pflanzen hat den entscheidenden Vorteil, dass sich die

Pflanzen an ihrem neuen Standort schnell akklimatisieren können. Am Pflanztag selbst gaben drei

erfahrene Waldarbeiter der Firma Forstarbeiten und Maschinenservice Kretschmer (FMK) aus

Dohma den Freiwilligen die fachliche Einweisung und Unterstützung.


Die Aktion „Lebendiger Mischwald“ soll 2027 fortgesetzt werden

Die Initiative „Lebendiger Mischwald“ soll nach Wunsch der Initiatoren und des Vereins auch im

nächsten Jahr fortgesetzt werden. Weitere Unternehmen und Naturfreunde sind herzlich

eingeladen, sich anzuschließen. Dafür kann man bereits per E-Mail Kontakt aufnehmen mit dem

Initiator der Aktion Karl Schwald unter karl.schwald@elaskon.de.


Hintergrund

Der „Landesverein Sächsischer Heimatschutz“ hatte sich 1908 gegründet und war damals der

einzige Naturschutzverein in Deutschland. Im Jahr 1945 gingen die Eigentumsflächen des Vereins

in Volkseigentum über. Nach 1990 gelang es dem Verein, einen Teil der Eigentumsflächen

zurückzubekommen. Heute wird der Verein getragen von mehr als 900 persönlichen und über 90

körperschaftlichen Mitgliedern. Der Verein engagiert sich für Projekte in den Bereichen

Naturschutz, Denkmalschutz, Volkskunde und Heimatpflege und basiert auf einer breiten,

ehrenamtlichen Beteiligung seiner Mitglieder. Er ist Mitglied im Bund Heimat und Umwelt in

Deutschland — Bundesverband für Natur- und Denkmalschutz, Landschafts- und

Brauchtumspflege e.V.


Die unterstützenden Unternehmen:

Elaskon Sachsen GmbH & Co. KG

DT Abbruch- und Tiefbau GmbH Dresden

SCR GmbH Glaubitz

„Lebensmitteltechnik und Industriemontage Schachinger“ Dresden


Unterstützung am Pflanztag:

Restaurant Kastenmeiers Dresden

Berufliches Schulzentrum für Gastgewerbe Dresden "Ernst Lößnitzer" Dresden

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