4000 weitere Bäume für das Waldgebiet „Haselberg“ bei Oelsen
- Sabine Mutschke

- vor 2 Stunden
- 4 Min. Lesezeit

Vier Unternehmer aus Sachsen führen die Pflanzaktion „Lebendiger Mischwald“ fort
Ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz
Im Rahmen der Aktion „Lebendiger Mischwald“ wurden im Waldgebiet Haselberg bei Oelsen
erneut 4000 junge Bäume gepflanzt. Die Aktion war vor einem Jahr durch sächsische Unter-
nehmer gemeinsam mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz ins Leben gerufen worden.
Damals wurden 3000 Weißtannen in der Gemarkung Haselberg gepflanzt. In diesem Jahr
kamen 2500 Rotbuchen und 1500 Weißtannen in die Erde. Die Kosten von 10.000 Euro für
die Jungpflanzen, die Pflanzung und die Pflege tragen wieder vier sächsische Unternehmen:
Elaskon Sachsen, die DT Abbruch- und Tiefbau GmbH, „Lebensmitteltechnik und
Industriemontage Schachinger“ aus Dresden sowie die SCR GmbH aus Glaubitz.
Initiator der Aktion ist Karl Schwald, Geschäftsführer von Elaskon Sachsen und passionierter
Jäger. Er kümmert sich als Mitglied des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz und als
Jagdpächter um das Eigenjagdgebiet des Vereins bei Oelsen und kennt die Herausforderungen
im Waldumbau. „Wie in vielen Wäldern hat auch das Waldgebiet bei Oelsen durch Borkenkäfer
und die Klimaveränderung Schaden genommen“, so Karl Schwald. „Der natürliche Aufwuchs
junger Bäume hat es schwer, zumal es in dieser Gemarkung außerordentlich viel Wild gibt.
Daraus entstand die Idee, den Verein beim Waldumbau und der gezielten Pflanzung von
Jungbäumen zu unterstützen und sächsische Unternehmer als Sponsoren ins Boot zu holen.“

Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz
Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz besitzt im Gebiet um Oelsen in der Gemeinde Bad
Gottleuba-Berggießhübel 657 ha Eigentumsflächen, die zu einem großen Teilen zum Natur-
schutzgebiet „Mittelgebirgslandschaft um Oelsen“ gehören. Dazu zählen neben wertvollen
Bergwiesen ca. 450 ha Wald, darunter erhebliche Anteile reiner Fichtenwald. Vor zwei Jahren
wurde auf Teilflächen der Gemarkung Haselberg bereits eine Durchforstung durchgeführt, um Licht
und Platz für eine Naturverjüngung zu schaffen. Dabei wurde klar, dass der Mensch helfen muss,
damit sich hier ein standortgerechter, widerstandsfähiger Mischwald entwickeln kann mit einer
Balance zwischen naturschutzgerechtem Wald und dem Wildbestand.
Thomas Westphalen, Vorsitzender des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e.V., ist sehr
dankbar, dass die Aktion „Lebendiger Mischwald“ fortgesetzt wird: „Die Schäden in den Wäldern
können nur durch einen kontinuierlichen, standortgerechten Waldumbau ausgeglichen werden.
Mit Karl Schwald und der Jägerschaft in unserem Eigenjagdgebiet arbeiten wir seit Jahren ohnehin
eng zusammen. Die Herausforderungen im Waldumbau können wir nur gemeinsam meistern.“
Freiwilligen-Teams aus den Unternehmen und Koch-Azubis halfen bei der Pflanzung mit
Zusätzlich zu ihrem Sponsoring unterstützten die vier Unternehmen mit Manpower den ersten
Pflanztag und fanden sich mit Freiwilligen-Teams zur Pflanzung ein. Auch Mitglieder des
Landesvereins Sächsischer Heimatschutz und die Jägerschaft Oelsen waren vor Ort.
Zusätzliche Unterstützung kam vom Dresdner Gastronomen Gerd Kastenmeier, der seine drei
Koch-Azubis mitbrachte und darüber hinaus für die Verpflegung der ganzen Mannschaft sorgte.
Außerdem kontaktierte der passionierte Koch und Jäger das Berufliche Schulzentrum für
Gastgewerbe in Dresden und gewann rund 20 angehende Köche aus dem ersten Ausbildungsjahr
dafür, bei der Pflanzung der Bäume mitzuhelfen. Im Gegenzug wollen die Jäger für die
Kochausbildung ein Wildschwein zur Verfügung stellen, damit sich die jungen Köche darin üben,
Wild aus der Region zu verarbeiten.
Die vor einem Jahr gepflanzten Weißtannen sind sehr gut angewachsen
Von den 3000 Weißtannen, die im Vorjahr in den Boden kamen, sind trotz der großen Trockenheit
zu 90 Prozent sehr gut angewachsen. „Damit war die Pflanzung der 3000 Weißtannen im letzten
Frühjahr ein großer Erfolg“, betont Thomas Westphalen. „Die unkomplizierte, tatkräftige und vor
allem unbürokratische Hilfe der Unternehmer hat uns vorangebracht, und wir freuen uns sehr, dass
wir in diesem Jahr sogar 4000 Bäume pflanzen können.“
In ihrem ersten Standjahr sind die jungen Weißtannen – ausgehend von durchschnittlich 15
Zentimetern Höhe - um rund 10 bis 12 Zentimeter gewachsen. Die fachliche Planung und die
weitere Betreuung der Pflanzen übernahm Torsten Winkler von der OGF GmbH Potsdam,
Standort Kesselsdorf. Im Herbst hat die OGF im Auftrag des Landesvereins ein Verbiss-
Schutzmittel auf der Basis von Schafsfett auf die Stämme der jungen Bäume aufbringen lassen,
um sie vor Wildschäden zu schützen, denn die Flächen sind nicht eingezäunt. Das ist auch dieses
Mal geplant.
Die Jungbäume stammen aus einer Baumschule in der Region
Für die aktuelle Pflanzung haben die Fachleute sowohl Weißtannen als auch Rotbuchen für die
etwa ein Hektar große Fläche ausgewählt, damit sich unter den noch vorhandenen Fichten ein
gesunder Mischwald entwickelt.
Die jungen Bäume wurden über 2 bis 5 Jahre in der Baumschule F.-O. Lürssen in Großthiemig
gezogen. Das Saatgut für die Rotbuchen stammt aus der Region, wurde hier geerntet, geprüft und
zertifiziert.
Die regionale Herkunft von Saatgut und Pflanzen hat den entscheidenden Vorteil, dass sich die
Pflanzen an ihrem neuen Standort schnell akklimatisieren können. Am Pflanztag selbst gaben drei
erfahrene Waldarbeiter der Firma Forstarbeiten und Maschinenservice Kretschmer (FMK) aus
Dohma den Freiwilligen die fachliche Einweisung und Unterstützung.
Die Aktion „Lebendiger Mischwald“ soll 2027 fortgesetzt werden
Die Initiative „Lebendiger Mischwald“ soll nach Wunsch der Initiatoren und des Vereins auch im
nächsten Jahr fortgesetzt werden. Weitere Unternehmen und Naturfreunde sind herzlich
eingeladen, sich anzuschließen. Dafür kann man bereits per E-Mail Kontakt aufnehmen mit dem
Initiator der Aktion Karl Schwald unter karl.schwald@elaskon.de.
Hintergrund
Der „Landesverein Sächsischer Heimatschutz“ hatte sich 1908 gegründet und war damals der
einzige Naturschutzverein in Deutschland. Im Jahr 1945 gingen die Eigentumsflächen des Vereins
in Volkseigentum über. Nach 1990 gelang es dem Verein, einen Teil der Eigentumsflächen
zurückzubekommen. Heute wird der Verein getragen von mehr als 900 persönlichen und über 90
körperschaftlichen Mitgliedern. Der Verein engagiert sich für Projekte in den Bereichen
Naturschutz, Denkmalschutz, Volkskunde und Heimatpflege und basiert auf einer breiten,
ehrenamtlichen Beteiligung seiner Mitglieder. Er ist Mitglied im Bund Heimat und Umwelt in
Deutschland — Bundesverband für Natur- und Denkmalschutz, Landschafts- und
Brauchtumspflege e.V.
Die unterstützenden Unternehmen:
Elaskon Sachsen GmbH & Co. KG
DT Abbruch- und Tiefbau GmbH Dresden
SCR GmbH Glaubitz
„Lebensmitteltechnik und Industriemontage Schachinger“ Dresden
Unterstützung am Pflanztag:
Restaurant Kastenmeiers Dresden
Berufliches Schulzentrum für Gastgewerbe Dresden "Ernst Lößnitzer" Dresden










