Jubiläum: Im „Kastenmeiers“ ist die 100. Ausstellung seit Eröffnung desRestaurants 2010 zu sehen
- Sabine Mutschke

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Sie zeigt bis zum 24. April Bilder von Steffen Schuster, die sich im Spannungsfeld zwischen Malerei, Fotografie und digitaler Kunst bewegen. Steffen Schuster, von Hause aus Grafiker und Inhaber einer Marketing- und Eventagentur. lebt und arbeitet in Radebeul.
Er präsentiert im „Kastenmeiers“ Bilder, die er dank einer selbst entwickelten, aufwendigen Technik lange vor dem Einzug von „KI“ kreiert hat. Hier trifft Acrylmalerei auf Fotografie, doch erst nach
sieben Arbeitsschritten und Schichten sind die spannend verfremdeten Bilder von
Frauenkirche, Kronentor oder Semperoper vollendet. Ein weiterer Teil der Ausstellung
widmet sich fiktiven Orten, die als Zeichnung auf dem ipad entstanden sind und die von
Science Fiction und Weltmetropolen inspiriert wurden.
Die Ausstellung trägt bereits die Nummer 100 in der Geschichte des Restaurants
„Kastenmeiers“. Sie kann Montag bis Samstag während der Öffnungszeiten ab 17 Uhr sowie
ab 15 Uhr auch unabhängig von einem Restaurantbesuch besichtigt werden.
Wechselnde Ausstellungen gehören seit Eröffnung 2010 zum Konzept
Im Jahr 2010 erfüllte sich Gerd Kastenmeier einen Traum und eröffnete im Kurländer Palais
sein Fischrestaurant „Kastenmeiers“. Wechselnde Ausstellungen gehören von Beginn an zu
seinem Konzept. Die naturbelassenen Sandsteinmauern erwiesen sich als perfekter
Hintergrund und setzten die Bilder – oft auch für die Künstler überraschend – effektvoll in
Szene. Als das Restaurant „Kastenmeiers“ im Mai 2019 in das Taschenbergpalais umzog,
wurde das Konzept der wechselnden Ausstellungen dort fortgeführt. Hier dienen organische,
in elegantem Grau gehaltenen Lehmputzwände als Bühne für die Kunstwerke und erzielen
ebenso eine spannende Wirkung.
Zuerst stellten Erik Born und Thomas Reichstein aus, gefolgt von Udo Lindenberg
Zur Eröffnung im August 2010 überraschte der Künstler Erik Born, der sich damals noch
NoName nannte, mit Porträts bekannter Persönlichkeiten wie Gorbatschow oder dem Dalai
Lama. Er hatte auch im Kurländer Palais und später im Taschenbergpalais in Sgraffito-
Technik die typischen, in Gold gehaltenen Wände und Säulen gestaltet. Parallel stellte der
sächsische Bildhauer Thomas Reichstein über Jahre eine Auswahl seiner Skulpturen im
Kurländer Palais aus.
Prominente Künstler dank der Kooperation mit der Walentowski Galerie
Die zweite Ausstellung wurde gemeinsam mit den Walentowski Galerie Dresden organisiert
und widmete sich Udo Lindenberg, der die Wände im Oktober 2010 mit seinen Likörellen
schmückte. In Zusammenarbeit mit der Walentowski Galerie fanden später weitere
prominente Künstler den Weg in „Kastenmeiers“. Ein Höhepunkt war die Vernissage mit
Frank Zander, dessen „Zander-Motive“ perfekt zu einem Fischrestaurant passen. Der
German Pop Art Künstler Michel Friess stellte sogar zweimal aus. Auch die Doppelaus-
tellung von Thomas Jankowski und Ralf Leidiger basierte auf der Kooperation mit der
Walentowski Galerie.
Die Mehrzahl der Künstler kommt aus Sachsen
Die meisten Künstler stammen jedoch aus Sachsen und werden nur selten von Galerien
vertreten. Einige wenige haben in den fast 16 Jahren sogar zweimal ausgestellt. Dazu zählt
Kay LEO Leonhardt, mit dem Gerd Kastenmeier eine besondere Freundschaft verbindet.
Der Meißner Künstler gestaltet nicht nur das Weinetikett der Hausedition des Restaurants,
sondern ist auch der „Haus-Künstler“ in Kastenmeiers Wein- und Champagnerbar im
Taschenbergpalais, wo sich viele Restaurantgäste zum Aperitif oder „Absacker“ einfinden.
Hier sind alle Wände mit LEOs kleinformatigen frechen Fischen und schrägen Vögeln
geschmückt, die auf der Stelle gekauft und mitgenommen werden können.
Nach dem Umzug ins Taschenbergpalais wurde die 59. Ausstellung gezeigt
Carsten Linke stellte 2019 bereits die 59. Ausstellung zusammen und präsentierte sie
nach dem Umzug des „Kastenmeiers“ ins Taschenbergpalais als erster Künstler am neuen
Ort. Seitdem folgten 41 weitere Künstler bis zur aktuell 100. Ausstellung des Radebeuler
Künstlers und Grafikers Steffen Schuster, die bis 24. April zu sehen ist.
Meist hängen die Bilder für etwa sechs bis acht Wochen. Das Interesse, hier auszustellen, ist
sehr groß, und die Warteliste reicht bis 2028. Oft bewerben sich Künstler, die noch nicht so
bekannt sind und die Möglichkeit gern nutzen möchten, um sich der Öffentlichkeit
vorzustellen. Das Konzept findet auch bei den Gästen Anklang, viele Stammbesucher
erwarten mit Neugier die nächste Ausstellung. Dass sie am Ende eines schönen Abends ein
Bild kaufen möchten, kommt nicht selten vor im „Kastenmeiers“.
Die Vielfalt der Künstler, Techniken, Stile und Motive ist riesig – ob Siebdruck, Acryl, Öl,
Collagen, Airbrush, Fotografie oder ausgeklügelte Streifentechnik. Hier hingen künstlerisch
verfremdete Stadtansichten und wunderbunte Fantasielandschaften, Porträts von
Prominenten wie Audrey Hepburn, David Bowie, dem Dalai Lama oder Prince. Auch Mickey
Mouse und Superman blickten im „Kastenmeiers“ schon von den Wänden sowie Fische,
Enten, Gänse, naturgetreu gemalte Löwen und ein „LEO“fant. Eins der größten Bilder mit
fast 2x2 Metern malte der Thüringer Künstler Jörg Wolke, der sonst riesige Motive der
Rolling Stones oder von Metallica auf Sattelschlepper malt, die durch ganz Europa reisen.
Was alle Ausstellungen verbindet, ist der kostenfreie Genuss, ob zum Essen oder sogar
außerhalb der Öffnungszeiten. Denn täglich zwischen 14 und 17 Uhr sind interessierte
Besucher auch unabhängig von einem Restaurantbesuch willkommen.
„Kastenmeiers im Taschenbergpalais“
Taschenberg 3, Dresden,
Telefon 0351/ 48 48 48 01
Mehr über Steffen Schuster:
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