Brand-Finance-Ranking 2026: McDonald’s bleibt wertvollste Restaurantmarke – was der globale Gastro-Markt für Dresden bedeutet
- Redaktion

- vor 43 Minuten
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Die weltweit 25 wertvollsten Restaurantmarken kommen im Jahr 2026 zusammen auf einen Markenwert von 190,1 Milliarden US-Dollar. Das geht aus dem aktuellen Bericht „Restaurants 25 2026“ der Unternehmensberatung Brand Finance hervor. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Wachstum von neun Prozent.
An der Spitze bleibt erneut McDonald’s. Laut Brand Finance stieg der Markenwert des Unternehmens um fünf Prozent auf 42,6 Milliarden US-Dollar. Dahinter folgt weiterhin Starbucks mit einem Markenwert von 37 Milliarden US-Dollar, obwohl die Kette laut Bericht vier Prozent verlor. Platz drei geht an KFC mit 16,5 Milliarden US-Dollar und einem Wachstum von acht Prozent.
Die Zahlen zeigen vor allem eines: Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten, hoher Kosten und wachsender Konsumzurückhaltung wächst der globale Gastro-Markt weiter – allerdings zunehmend zugunsten großer, extrem skalierbarer Systeme.
Besonders auffällig ist laut Bericht der starke Fokus auf Lieferdienste, Schnellgastronomie, digitale Prozesse und aggressive Expansion. Genau dort entstehen aktuell die größten Wachstumsraten. Gleichzeitig verschiebt sich der Markt international immer stärker in Richtung preisorientierter Konzepte.
Brand Finance verweist dabei ausdrücklich auf die zunehmende Preissensibilität vieler Verbraucher.
Das zeigt sich auch an den Aufsteigern im Ranking. Besonders stark legte laut Bericht Chick-fil-A zu: plus 44 Prozent auf 8,1 Milliarden US-Dollar Markenwert. Auch chinesische Marken wachsen massiv. Luckin Coffee erreichte demnach 2,4 Milliarden US-Dollar Markenwert, während Mixue neu ins Ranking aufgenommen wurde und direkt auf Platz zwölf landete.
Der Geschäftsführer Asien-Pazifik bei Brand Finance, Alex Haigh, bringt die Entwicklung ziemlich klar auf den Punkt:„The global restaurants sector is demonstrating remarkable growth, but our data shows that scale alone is no longer enough to secure long-term success.“
Übersetzung: „Der globale Restaurantsektor verzeichnet ein bemerkenswertes Wachstum, aber unsere Daten zeigen, dass Größe allein nicht mehr ausreicht, um langfristigen Erfolg zu sichern.“
Und genau dieser Satz ist aus unserer Sicht interessant für Dresden und die Region. Denn während internationale Ketten weiter wachsen, geraten gleichzeitig viele kleinere Gastronomiebetriebe wirtschaftlich massiv unter Druck. Die Schere zwischen globalen Marken mit riesigen Einkaufsvorteilen und lokalen inhabergeführten Restaurants wird immer größer.
Wir sehen dabei inzwischen zwei komplett unterschiedliche Gastro-Welten:
Auf der einen Seite globale Systeme wie McDonald’s, Starbucks oder KFC, die über Lieferplattformen, Franchise-Modelle, standardisierte Prozesse und enorme Marketingbudgets verfügen. Auf der anderen Seite stehen lokale Restaurants, Cafés und Bars, die gleichzeitig mit steigenden Kosten, Personalmangel, hoher Bürokratie und zurückhaltenden Gästen kämpfen.
Für Dresden bedeutet das eine spürbare Veränderung des Stadtbildes. Gerade in stark frequentierten Innenstadtlagen sehen wir zunehmend Konzepte, die auf schnelle Skalierbarkeit, hohe Frequenz und standardisierte Abläufe setzen. Individuelle Gastronomie mit persönlichem Charakter hat es wirtschaftlich immer schwerer, wenn Gäste gleichzeitig preissensibler werden.
Auffällig ist außerdem, dass selbst globale Marken inzwischen unter Druck geraten, wenn Preis-Leistung nicht mehr stimmt. Brand Finance verweist ausdrücklich darauf, dass Preisfragen die Wahrnehmung von McDonald’s in Märkten wie den USA und Großbritannien beeinflusst haben. Auch Starbucks verlor laut Bericht Marktstärke durch stärkeren Wettbewerb in China.
Aus unserer Sicht zeigt genau das, wie angespannt der Markt inzwischen weltweit geworden ist. Selbst Milliardenmarken können sich offenbar nicht mehr allein auf ihre Größe verlassen. Vertrauen, klare Preisstrukturen und Verlässlichkeit werden wichtiger.
Interessant bleibt auch der Blick auf die Markenstärke. Dort führt laut Brand Finance erneut die chinesische Restaurantkette Haidilao mit einem sogenannten Brand Strength Index von 89,5 Punkten und der Bewertung „AAA“. Direkt dahinter liegen Greggs und McDonald’s.
Dass ausgerechnet chinesische Marken aktuell so stark wachsen, ist kein Zufall. Viele dieser Konzepte setzen extrem konsequent auf Preisorientierung, digitale Prozesse und aggressive Expansion. Genau diese Faktoren verändern derzeit weltweit den Gastro-Markt – auch indirekt in Deutschland.
Für lokale Gastronomen in Dresden entsteht daraus ein schwieriges Umfeld: Gäste vergleichen Preise stärker, erwarten gleichzeitig hohe Qualität, schnelle Abläufe und digitale Services. Wer diese Balance nicht schafft, verliert schnell Sichtbarkeit oder wirtschaftliche Stabilität.
Die wichtigste Erkenntnis aus dem aktuellen Brand-Finance-Ranking ist deshalb nicht nur, dass McDonald’s weiter die wertvollste Restaurantmarke der Welt bleibt. Entscheidender ist, wie stark sich die Branche insgesamt verändert: größer, schneller, digitaler und deutlich preisorientierter.
Wir bleiben an dem Thema dran, weil genau diese globalen Entwicklungen am Ende auch beeinflussen, wie Gastronomie in Dresden künftig aussieht – ob vielfältig und individuell oder zunehmend standardisiert und kettengetrieben.
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Diskussionsfrage:
Verändert der weltweite Erfolg großer Gastro-Ketten langfristig auch Dresdens Restaurantkultur – oder bleibt Platz für individuelle Konzepte?
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