Timberjacks Bannewitz - Ein Abend, der mehr war als nur ein Konzert
- Redaktion

- vor 13 Minuten
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Gestern Abend im Timberjacks Bannewitz hat sich vieles zusammengefügt, was wir in den vergangenen zwei Jahren immer wieder aus der Nähe beobachten konnten. Für uns war es fast ein Heimspiel – keine 300 Meter von der Redaktion entfernt haben wir die komplette Bauphase begleitet, immer wieder Einblicke bekommen und schon am Nachmittag unsere ersten Eindrücke geteilt.
Dass wir nun zum ersten Erlebnisabend eingeladen waren, hatte für uns deshalb nochmal eine ganz besondere Bedeutung.
Gespräche, die hängen bleiben
Noch bevor es musikalisch losging (Start war 23:30 Uhr), haben wir lange mit Gründer Thomas Kemner gesprochen. Und das war kein oberflächlicher Smalltalk, sondern ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen – auf eine Branche, die aktuell unter enormem Druck steht.
Seine Worte waren deutlich:
Unser Land steht wirtschaftlich an einem kritischen Punkt. Insolvenzen nehmen zu, die Unsicherheit wächst – und das spürt man auch in der Gastronomie ganz unmittelbar. Politik und Rahmenbedingungen bezeichnet er offen als schwierig, fast schon absurd in der aktuellen Entwicklung.
Und trotzdem: Kemner denkt nach vorn.
Sechs weitere Standorte sind bereits in Planung. Das ist kein kleines Signal, sondern ein klares Statement gegen den allgemeinen Pessimismus.
Gleichzeitig wird auch die Realität nicht ausgeblendet. Über 70 Arbeitsplätze sind hier entstanden – und dennoch bleibt die Herausforderung, ein stabiles Team aufzubauen. Fluktuation und Abwanderung gehören heute leider zum Alltag, auch in der Gastro. Genau hier entscheidet sich langfristig der Erfolg solcher Konzepte.

Gäste, die ein Jahr gewartet haben
Besonders spannend fanden wir die Gespräche mit den Gästen. Einige erzählten uns, dass sie ihre Tickets für diesen Abend bereits vor über einem Jahr gekauft haben – zu einem Zeitpunkt, als noch gar nicht klar war, wann das Event überhaupt stattfinden würde.
Das zeigt ziemlich deutlich, welche Strahlkraft dieses Projekt schon im Vorfeld hatte.
Rund 350 Gäste sind schließlich aus nah und fern angereist – und der erste große Praxistest hat gezeigt: Das Konzept funktioniert.
Vor allem der große Balkon bzw. die Terrasse war für viele eine echte Überraschung. Damit rechnet man so nicht – und genau solche Details machen am Ende den Unterschied.
The BossHoss: Nahbar, energiegeladen, auf den Punkt
Und dann kam das, worauf alle gewartet haben: The BossHoss unplugged auf der kleinen Bühne.
Was die Band hier abgeliefert hat, war beeindruckend. Kein großes Showfeuerwerk, sondern eine Stunde ehrliche, handgemachte Live-Musik – nahbar, direkt und mit einer Energie, die sofort auf das Publikum übergesprungen ist. 350 Menschen, die mitsingen, mitgehen, feiern – genau so muss sich ein solcher Abend anfühlen.

Ein Moment ist uns dabei besonders im Kopf geblieben:
Eine Rollstuhlfahrerin wurde gezielt nach vorn an die Bühne geholt, damit sie das Konzert besser verfolgen kann. Kein großes Aufsehen, kein Inszenieren – einfach gemacht. Genau solche Gesten zeigen, dass hier nicht nur performt wird, sondern auch mitgedacht.
Vom Spaßprojekt zur festen Livegröße
Dass The BossHoss solche Abende tragen können, kommt nicht von ungefähr. Die Band ist 2004 in Berlin als eher ironisches Projekt gestartet – mit Country-Versionen bekannter Pop- und Hip-Hop-Songs. Was damals als Idee begann, hat sich schnell zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt.
Heute stehen sie für eine Mischung aus Rock, Country und Entertainment – und vor allem für eines: starke Live-Präsenz. Genau das hat man gestern wieder gespürt. Reduziert auf das Wesentliche, aber dafür umso intensiver.
Unser Fazit
Der Abend im Timberjacks war mehr als nur eine Einladung und mehr als nur ein Konzert. Es war ein Zusammenspiel aus Vision, Mut, ehrlichen Gesprächen und einem Publikum, das diesen Ort von Anfang an angenommen hat.
Wir haben das Projekt über zwei Jahre begleitet – und gestern hat sich gezeigt:
Das hier kann wirklich funktionieren.

Und wenn die nächsten Standorte mit derselben Leidenschaft umgesetzt werden, dann werden wir über Timberjacks noch einiges hören.

Der offizielle Eröffnungstermin steht fest, jedoch hat uns der Inhaber gebeten, mit der Bekanntgabe noch 3 bis 4 Tage zu warten. Wir werden euch rechtzeitig informieren und empfehlen schon jetzt frühzeitig zu reservieren, auch wenn hier über 600 Plätze verfügbar sind.

















