KaufPark Dresden zwei Jahre nach der Neueröffnung: Welche Gastro-Konzepte funktioniert haben – und welche nicht
- Redaktion

- vor 1 Stunde
- 2 Min. Lesezeit
Weitere Einordnungen und Entwicklungen der Branche findet ihr in der Dresden-Radar-Übersicht.

Als der neue Kaufpark Dresden Ende 2024 nach jahrelangem Umbau vollständig eröffnete, war die Botschaft klar: Shopping allein reicht nicht mehr. Auf rund 46.000 Quadratmetern sollten Gastronomie, Aufenthaltsqualität und Eventflächen das neue Herzstück des Centers bilden. Die KaufPark Arena mit LED-Wall, Eventtreppe und Platz für bis zu 300 Personen war bewusst als Frequenzbringer gedacht.
Fast zwei Jahre später zeigt sich aber ziemlich deutlich: Nicht jedes Gastro-Konzept funktioniert im Alltag eines Einkaufszentrums.
Gerade die ursprünglich stark beworbenen Trend- und Erlebnisgastronomien haben inzwischen sichtbar an Dynamik verloren. Das tschechisch-böhmische Konzept Bistro Palatschinka war eines der Beispiele dafür. Die Idee passte zunächst perfekt zur Lage mit vielen tschechischen Besuchern rund um die Grenzregion. Zur Eröffnung wurde das Konzept sogar ausdrücklich als Besonderheit hervorgehoben.

Aus unserer Sicht blieb das Problem aber relativ typisch für moderne Center-Gastronomie: Aufmerksamkeit zur Eröffnung ersetzt keine dauerhafte Alltagsfrequenz. Gerade Spezialitätenküchen funktionieren in Einkaufszentren oft nur dann langfristig stabil, wenn sie entweder extrem niedrigschwellig oder stark emotional aufgeladen sind. Das Bistro gibt es nicht mehr.
Ähnlich spannend ist die Entwicklung bei Cinnamood. Cinnamood galt zur Eröffnung noch als echter Social-Media-Magnet. Die Zimtschnecken-Kette wurde damals offensiv als neuer Publikumsliebling präsentiert.

Wir sehen inzwischen aber genau das, was viele Gastrotrends aktuell erleben: Der erste Hype flacht ab. Zimtschnecken funktionieren weiterhin, aber nicht mehr automatisch als Eventprodukt. Gäste kommen heute deutlich selektiver zurück als noch während der großen Eröffnungsphase.

Stabil wirken dagegen vor allem die Konzepte, die klar verständlich sind und direkt Frequenz erzeugen:
L'Osteria Dresden Dohnaer Straße
PETER PANE Burgergrill & Bar
Ferioli Gelato Dresden
Diese Betriebe profitieren davon, dass sie nicht nur Laufkundschaft mitnehmen, sondern gezielt als eigenständige Gastroziele funktionieren. Gerade Peter Pane und L’Osteria ziehen abends auch Gäste an, die nicht primär zum Einkaufen kommen.
Dazu kommen die klassischen Schnellgastronomie-Formate:
Sanfur Falafel & more
French Tacos
Aura Bowl
Indian Food Point Dresden
POMMES FREUNDE Dresden
Tamami Ramen Sushi
Gerade Bowl-, Falafel- und schnelle Asian-Konzepte scheinen aktuell deutlich stabiler zu laufen als aufwendige Erlebnisgastronomie.
Auffällig ist außerdem: Viele Gäste nutzen den KaufPark gastronomisch inzwischen eher funktional als emotional. Das Center wird stark als Alltagsstandort wahrgenommen – weniger als kulinarischer Ausflugsort. Genau das macht langfristig den Unterschied.
Wir sehen deshalb zwei klare Entwicklungen:
Erstens: Große Erlebnis-Hypes halten deutlich kürzer als noch vor einigen Jahren. Gäste probieren neue Konzepte zwar weiterhin gern aus, kehren aber nur zurück, wenn Preis, Geschwindigkeit und Alltagstauglichkeit stimmen.
Zweitens: Die stärksten Konzepte im KaufPark sind aktuell diejenigen, die unabhängig vom Shoppingcenter funktionieren würden.
Für Dresden bedeutet das auch etwas Größeres: Einkaufszentren versuchen heute massiv, sich über Gastronomie neu zu definieren. Aber Gastro allein rettet kein Center automatisch. Entscheidend bleibt, ob echte Aufenthaltsqualität entsteht – oder nur viele Foodstände nebeneinander stehen.
Interessant wird deshalb die Frage sein, welche Konzepte in den kommenden Jahren nachrücken. Denn gerade bei großen Food-Courts wird die Fluktuation erfahrungsgemäß deutlich höher bleiben als im klassischen Einzelhandel.
Mehr Einordnung statt Schlagzeilen?
Wir analysieren Entwicklungen der Gastronomie regelmäßig.
👉 Weitere Themen im Gastro-Radar
👉 News-Ticker für aktuelle Entwicklungen
Diskussionsfrage:
Brauchen moderne Einkaufszentren überhaupt noch aufwendige Gastro-Hypes – oder funktionieren am Ende doch die einfachen Alltagskonzepte am besten?
Tags:











