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Mindestlohnerhöhung treibt Lohnkosten im Gastgewerbe um 6,1 Prozent – Regionale Branche unter Druck

Steigende Kosten in der Gastronomie

📰 Deutlicher Kostenschub zum Jahresstart 2026.

Die zum 1. Januar 2026 in Kraft getretene Mindestlohnerhöhung schlägt im deutschen Gastgewerbe deutlich stärker zu Buche als in anderen Branchen. Laut aktuellem Datev-Mittelstandsindex stiegen die Löhne und Gehälter im Gastgewerbe im Januar um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr – der höchste Wert im gesamten Mittelstand.


Zum Vergleich: Über alle Branchen hinweg lag der durchschnittliche Anstieg bei 3,9 Prozent. Damit entwickelt sich die Gastronomie beim Lohnwachstum klar überproportional.


📉 Beschäftigung sinkt stärker als im Mittelstand insgesamt

Parallel zu den steigenden Personalkosten geht die Zahl der Beschäftigten im Gastgewerbe zurück. Mit einem Minus von 3,2 Prozent verzeichnet die Branche den stärksten Rückgang aller mittelständischen Wirtschaftszweige.


Im gesamten Mittelstand sank die Beschäftigung im gleichen Zeitraum lediglich um 0,8 Prozent.

Auffällig ist dabei die unterschiedliche Entwicklung je nach Unternehmensgröße:

  • Kleinst- und kleine Betriebe bauen Personal ab

  • Mittlere Unternehmen melden hingegen ein leichtes Plus von 2,4 Prozent


Gerade für inhabergeführte Restaurants, Cafés und Bars in Dresden und Chemnitz dürfte dieser Trend besonders relevant sein.


💶 Umsätze stagnieren – Erholung bleibt aus

Während die Kosten steigen, bleiben die Umsätze unter Druck. Im gesamten Mittelstand lagen sie im Vorjahresvergleich um 0,7 Prozent niedriger. Für das Gastgewerbe zeigen sich keine klaren Erholungssignale.


Auch aus Branchenkreisen in Dresden und Umgebung ist zu hören: Die Frequenz ist volatil, Gäste reagieren preissensibel, Investitionen werden verschoben.

Die Kombination aus:

  • steigenden Lohnkosten

  • sinkender Beschäftigung

  • stagnierenden Umsätzen


stellt viele Betriebe vor strategische Entscheidungen.


🏙 Regionale Einordnung für Dresden & Chemnitz

Für die Gastronomieszene in Dresden bedeutet das:

  1. Preisanpassungen werden wahrscheinlicher – insbesondere im preisempfindlichen Mittags- und Tagesgeschäft.

  2. Personaleinsatz wird effizienter geplant – kleinere Teams, flexiblere Modelle.

  3. Investitionen in Automatisierung und Digitalisierung gewinnen an Bedeutung.


In Chemnitz, wo viele Betriebe stärker lokal verankert sind und weniger touristische Frequenz haben, wirkt sich jede Kostensteigerung unmittelbarer aus.


Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel bestehen – trotz sinkender Beschäftigtenzahlen. Viele Stellen werden schlicht nicht nachbesetzt.


📊 Hintergrund: Der Datev-Mittelstandsindex

Der Index basiert auf anonymisierten Lohn- und Finanzbuchhaltungsdaten von über einer Million Unternehmen in Deutschland. Er gilt als belastbarer Indikator für die wirtschaftliche Lage von kleinen und mittleren Unternehmen.


Die aktuellen Zahlen zeichnen ein Bild von Zurückhaltung – eine spürbare konjunkturelle Erholung ist bislang nicht erkennbar.


🧭 Einordnung der Redaktion

Die Mindestlohnerhöhung war politisch gewollt und sozial begründet. Für viele Gastronomiebetriebe bedeutet sie jedoch einen erneuten Kostenschub in einer Phase, in der die Branche noch immer mit Nachwirkungen von Pandemie, Energiepreisen und Konsumzurückhaltung kämpft.


Die zentrale Frage lautet nun: Wie viel Preiserhöhung verträgt der Gast – und wie viel Effizienz verträgt der Betrieb?


❓ Diskussionsfrage

Wie schätzt ihr die Entwicklung ein: Sind moderate Preiserhöhungen in Restaurants aktuell nachvollziehbar – oder stößt die Gastronomie damit an die Akzeptanzgrenze der Gäste?


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