Sächsische Schweiz: Malerweg feiert 20 Jahre – warum der Wanderweg zum Tourismusmotor der Region wurde
- Redaktion

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Der Malerweg in der Sächsischen Schweiz wird 20 Jahre alt. Auf der Festung Königstein haben Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch, Landrat Michael Geisler und mehr als 100 Vertreter aus Tourismus, Politik und Medien am 10. Juni 2026 das Jubiläum des bekanntesten Wanderwegs Sachsens gefeiert. Die 116 Kilometer lange Route wurde am 10. Juni 2006 offiziell eröffnet und gilt heute als eines der wichtigsten touristischen Leitprodukte des Freistaates.
Dass für einen Wanderweg Staatsministerin, Landrat und Branchenvertreter zusammenkommen, zeigt bereits die Dimension dieses Jubiläums. Es geht längst nicht mehr nur um Wandern. Es geht um Wertschöpfung, Übernachtungen, Gastronomie, regionale Identität und die touristische Strahlkraft einer ganzen Region.
Barbara Klepsch bezeichnete den Malerweg als „mehr als ein nationales Wanderhighlight“. Die Route verbinde Geschichte und Gegenwart, Kunst und Natur sowie Erlebnis und Entschleunigung auf einzigartige Weise. Landrat Michael Geisler sprach sogar von einem „Motor für die regionale Tourismuswirtschaft“.
Die Zahlen und Entwicklungen geben ihm recht.
Der Malerweg führt über acht Etappen durch die Sächsische Schweiz und wurde bereits 2007 vom Wandermagazin zum „Schönsten Wanderweg Deutschlands“ gewählt. Seine Wurzeln reichen jedoch weit tiefer. Schon vor mehr als 200 Jahren nutzten Künstler und Schriftsteller wie Caspar David Friedrich, William Turner, Ludwig Richter, Hans Christian Andersen, Mary Shelley oder Richard Wagner die historischen Vorläufer der Route. Nach Jahrzehnten des Vergessens wurde der Weg Anfang der 2000er Jahre neu konzipiert, erweitert und schließlich 2006 offiziell eröffnet.
Heute profitieren entlang der Strecke zahlreiche Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Restaurants, Cafés und Freizeitbetriebe vom Wanderweg. Gerade in Zeiten, in denen viele Regionen um Gäste kämpfen, ist der Malerweg ein Beispiel dafür, wie ein klar positioniertes touristisches Produkt dauerhaft Nachfrage erzeugen kann.
Wir sehen hier einen Unterschied zu vielen anderen Tourismusprojekten: Der Malerweg lebt nicht von kurzfristigen Trends, sondern von seiner Geschichte, seiner Landschaft und seiner Wiedererkennbarkeit. Genau das macht ihn wirtschaftlich so wertvoll.
Zum Jubiläumsjahr setzt die Region bewusst auf neue Impulse. Besonders interessant ist dabei die Verbindung von klassischem Naturtourismus mit modernen Formaten.
So wurden auf der Festung Königstein die Gewinner eines Ideenwettbewerbs zur Gestaltung von Bushaltestellen entlang der Route ausgezeichnet. Insgesamt stehen dafür 20.000 Euro Preisgeld bereit. Prämiert wurden Projekte aus Bad Schandau, Königstein, Reinhardtsdorf-Schöna und Lohmen. Die beteiligten Kitas, Heimatvereine, Jugendfeuerwehren und Bürgerinitiativen zeigen dabei, dass Tourismusentwicklung nicht nur von Verbänden und Politik getragen wird.
Parallel startet mit „Lichtblicke am Malerweg“ ein neuer Fotowettbewerb. Bis zum 16. August können Hobby- und Profifotografen ihre Aufnahmen einreichen. Die Preisverleihung findet im September während der Globetrotter Wandertage in Bad Schandau statt.
Noch spannender erscheint uns allerdings ein anderes Projekt: Mit der App „TRACK Malerweg“ erhält die Route erstmals einen digitalen Audioguide. Mehr als 100 Beiträge zu Geschichte, Geologie, Flora, Fauna und regionalen Geschichten werden standortbezogen automatisch abgespielt. Das ist ein deutliches Signal dafür, wie sich auch traditionelle Wanderangebote weiterentwickeln müssen.
Aus unserer Sicht zeigt sich hier ein Trend, der die gesamte Tourismusbranche betrifft. Natur allein reicht heute oft nicht mehr aus. Gäste erwarten zusätzliche Inhalte, digitale Begleitung und neue Erlebnisebenen. Wer das klug verbindet, verlängert Aufenthalte und steigert die Attraktivität einer Region.
Für Dresden bedeutet das ebenfalls etwas. Ein erheblicher Teil der Gäste in der Sächsischen Schweiz reist über Dresden an oder verbindet den Wanderurlaub mit Aufenthalten in der Landeshauptstadt. Die touristische Stärke der Sächsischen Schweiz wirkt deshalb direkt auf Hotellerie, Gastronomie und Freizeitwirtschaft in Dresden zurück.
Für die Region ist das relevant, weil der Malerweg zeigt, wie nachhaltiger Tourismus funktionieren kann. Statt auf einzelne Großevents zu setzen, entsteht hier seit zwei Jahrzehnten kontinuierlich Nachfrage durch ein dauerhaft attraktives Angebot.
Die wichtigste Erkenntnis aus dem Jubiläum ist deshalb nicht das Alter des Weges. Entscheidend ist, dass der Malerweg auch 20 Jahre nach seiner offiziellen Eröffnung nichts von seiner wirtschaftlichen und touristischen Bedeutung verloren hat. Im Gegenteil: Mit neuen digitalen Angeboten, Wettbewerben und Erlebnisformaten wird die Route gezielt für die nächsten Jahre weiterentwickelt.
Wir bleiben dran, weil der Malerweg exemplarisch zeigt, wie erfolgreiche Tourismusentwicklung in Sachsen funktionieren kann.
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Diskussionsfrage
Sollten touristische Fördermittel künftig stärker in etablierte Erfolgsprojekte wie den Malerweg fließen – oder braucht die Region vor allem neue Ideen und neue Angebote?
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Autor
Redaktion Lust auf Dresden










