Dresden: Insolvenzverfahren von Lohrmanns Brew wird eröffnet – Brauerei setzt auf Sanierung und Neustart
- Redaktion

- vor 1 Tag
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Für die Dresdner Brauerei Lohrmanns Brew steht in den kommenden Tagen der nächste entscheidende Schritt an: Das Insolvenzverfahren soll am Amtsgericht Dresden offiziell eröffnet werden. Die Brauerei hatte bereits Mitte April einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Die Geschäftsführung bleibt dabei im Amt und soll das Unternehmen unter Aufsicht eines gerichtlich bestellten Sachwalters eigenständig sanieren.
Die Nachricht ist weit mehr als eine weitere Unternehmensmeldung. Lohrmanns Brew galt in den vergangenen Jahren als eine der Erfolgsgeschichten der Dresdner Craftbeer-Szene. Aus einem Universitätsprojekt heraus entstanden, entwickelte sich die Marke zu einem festen Bestandteil der regionalen Gastronomie und des Einzelhandels.
Ein Jahr Umsatz ging durch Bauverzug verloren
Nach Angaben des Unternehmens ist die Insolvenz nicht auf ein einzelnes Ereignis zurückzuführen. Vielmehr habe sich die wirtschaftliche Situation über mehrere Jahre zugespitzt.
Eine zentrale Rolle spielte dabei der Aufbau des Standorts im Kraftwerk Mitte. Das denkmalgeschützte Gebäude und die speziell angefertigte Brauanlage führten zu einem erheblichen baulichen Mehraufwand. Nach Unternehmensangaben entstand dadurch ein ungeplanter Umsatzausfall von rund einem Jahr.
„Der Aufbau im Kraftwerk Mitte war und ist ein zentraler Meilenstein in der Entwicklung des Unternehmens“, erklärt Pressesprecherin Nadine Ullrich.
Corona, Energiepreise und Konsumzurückhaltung verschärften die Lage
Hinzu kamen die Auswirkungen der Corona-Pandemie, stark gestiegene Energie- und Rohstoffkosten sowie die anhaltende Zurückhaltung vieler Gäste in der Gastronomie.
Nach Informationen des Unternehmens belasteten zudem interne Faktoren die wirtschaftliche Entwicklung. Die Brauerei sei zunächst mit einem sehr breiten Angebot gestartet, ohne sich ausreichend auf planbare und margenstarke Erlöse zu konzentrieren. Gleichzeitig blieben die laufenden Kosten hoch, während Produktionskapazitäten und Vertriebsmöglichkeiten nicht vollständig ausgeschöpft wurden.
Führungswechsel brachte schonungslose Analyse
Ende 2025 verließ der bisherige Geschäftsführer Francisco Arroyo das Unternehmen. Die beiden Gründer und TU-Dresden-Professoren Thomas Henle und Jan Weigand übernahmen daraufhin wieder die Geschäftsführung und analysierten die Strukturen des Unternehmens.
„Wir steuern das Unternehmen jetzt stärker nach Wirtschaftlichkeit und klaren Kennzahlen“, erklärt Nadine Ullrich.
Geplant sind unter anderem:
effizientere Produktion und Logistik im Fassbiergeschäft,
weniger Teilnahme an externen Veranstaltungen,
stärkere Konzentration auf wirtschaftlich tragfähige Geschäftsbereiche.
Rückkehr in den Einzelhandel geplant
Seit Anfang 2026 waren deutlich weniger Flaschen von Lohrmanns Brew in Supermärkten zu finden. Der Grund: Die externe Abfüllung konnte aufgrund von Liquiditätsengpässen nicht mehr finanziert werden.
Jetzt soll der Vertrieb im Einzelhandel wieder ausgebaut werden.
Während der Sanierung sollen möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. Gleichzeitig schließt das Unternehmen organisatorische Anpassungen und Effizienzmaßnahmen nicht aus.
Lohrmanns Brauhaus bleibt geöffnet
Für Gäste gibt es trotz des Insolvenzverfahrens zunächst eine wichtige Nachricht: Das Lohrmanns Brauhaus im Kraftwerk Mitte bleibt weiterhin geöffnet.
Erst am Dienstag waren wir selbst vor Ort. Unser Eindruck: Von einer gedrückten Stimmung ist im Brauhaus wenig zu spüren. Sowohl die Innengastronomie als auch der Außenbereich laden weiterhin zum Verweilen, Genießen und Ausprobieren ein.
Besonders empfehlen können wir die Bier-Probierproben, mit denen sich die verschiedenen Biersorten des Hauses in kleiner Runde kennenlernen lassen. Gerade für Besucher, die das Sortiment von Lohrmanns Brew noch nicht kennen, ist das eine schöne Möglichkeit, die Vielfalt der Dresdner Craftbeer-Brauerei zu entdecken.
Aus unserer Sicht zeigt sich hier auch, wie wichtig das Brauhaus inzwischen für das Kraftwerk Mitte geworden ist. Das Lohrmanns ist längst nicht nur Produktionsstandort einer Brauerei, sondern ein beliebter Treffpunkt für Dresdner, Touristen und Bierliebhaber geworden.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Sanierung gelingt. Der laufende Betrieb und die weiterhin geöffnete Gastronomie sind jedoch zunächst ein positives Signal – sowohl für die Gäste als auch für die Beschäftigten des Unternehmens.
Für Dresden bedeutet das mehr als die Krise einer Brauerei
Die Redaktion von Lust auf Dresden begleitet die Entwicklung der Dresdner Gastronomie und Hotellerie seit mehreren Jahren und steht regelmäßig im Austausch mit Betrieben, Verbänden und Branchenvertretern.
Wir sehen in der Entwicklung bei Lohrmanns Brew ein Beispiel für die Herausforderungen, mit denen derzeit viele mittelständische Unternehmen der Branche kämpfen. Hohe Investitionen, gestiegene Kosten, verändertes Konsumverhalten und schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen treffen inzwischen auch etablierte und bekannte Marken.
Für Dresden bedeutet das, dass selbst erfolgreiche regionale Unternehmen nicht automatisch gegen die aktuellen Krisenfaktoren immun sind.
Für die Region ist das relevant, weil Lohrmanns Brew zu den bekanntesten Craftbeer-Marken Sachsens zählt und eng mit der gastronomischen und touristischen Entwicklung Dresdens verbunden ist.

Fazit
Die offizielle Eröffnung des Insolvenzverfahrens markiert einen weiteren schwierigen Abschnitt in der Geschichte von Lohrmanns Brew – sie bedeutet aber noch nicht das Ende der Brauerei.
Die Eigenverwaltung bietet die Chance auf eine Neuaufstellung und einen wirtschaftlichen Neustart. Ob die Sanierung gelingt, wird maßgeblich davon abhängen, ob die geplanten strukturellen Veränderungen greifen und der Vertrieb wieder stabilisiert werden kann.
Die wichtigste Erkenntnis bleibt: Die Insolvenz von Lohrmanns Brew ist kein Einzelfall, sondern ein weiteres Signal dafür, wie groß der wirtschaftliche Druck auf Gastronomie, Brauereien und regionale Genussunternehmen inzwischen geworden ist.
Wir bleiben an dem Thema dran.
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Diskussionsfrage:
Ist die Insolvenz von Lohrmanns Brew ein Einzelfall – oder zeigt sie, wie schwierig die wirtschaftliche Lage inzwischen selbst für bekannte regionale Marken geworden ist?
Tags:
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Autor:
Redaktion Lust auf Dresden
Redaktionshinweis:
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI bei Recherche, Strukturierung und Textvorbereitung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft und bearbeitet.











