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Dresden: Kulturcafé „Tag2wo“ startet Spendenaktion und kämpft ums Überleben

Weitere Einordnungen und Entwicklungen der Branche findet ihr in der Dresden-Radar-Übersicht.

Foto: Website
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Die nächste Hiobsbotschaft aus der Dresdner Gastronomie lässt nicht lange auf sich warten. Erst kürzlich haben wir über die gescheiterte Spendenaktion für das Café House of Orange berichtet. Nun bittet bereits das nächste Dresdner Lokal um Unterstützung. Das Kulturcafé „Tag2wo“ in der Dresdner Neustadt kämpft ums wirtschaftliche Überleben und hat eine Spendenaktion gestartet.


Wie zunächst Tag24 berichtete, steht das Café an der Ecke Kamenzer Straße und Bischofsweg vor erheblichen finanziellen Problemen. Steigende Einkaufs- und Mietkosten sowie notwendige Investitionen bringen den Betrieb zunehmend an seine Grenzen.


Ein Café mit besonderem Konzept

Das Kulturcafé wird von Inhaber Pepe Kirchhoff (30) gemeinsam mit Tommi Przybysz (40) und Lorenz Klewe (24) betrieben. Seit der Übernahme des Ladens im Jahr 2023 verfolgen die Betreiber ein bewusst soziales und nachhaltiges Konzept.


Im „Tag2wo“-Bäcker werden ausschließlich regionale und klimafreundliche Produkte vom Vortag zu fairen Preisen angeboten. Neben Backwaren und Kaffee finden regelmäßig:

  • Vorträge,

  • Konzerte,

  • Workshops

  • und kulturelle Veranstaltungen

statt.


Auch soziale Aspekte spielen eine wichtige Rolle. Im Winter dient das Café als Wärmeort für obdachlose Menschen, die die Betreiber liebevoll „Straßengeister“ nennen.


Hohe Kosten bringen das Café an seine Grenzen

Doch das besondere Konzept gerät zunehmend unter wirtschaftlichen Druck.

Nach Angaben der Betreiber belasten insbesondere:

  • stark gestiegene Einkaufskosten,

  • höhere Mieten,

  • ein defektes Lastenfahrrad

  • und eine reparaturbedürftige Siebträgermaschine

den Betrieb.

„Jeder Gegenwind wird für unser kleines Café ein Orkan“, beschreibt Mitbetreiber Tommi Przybysz die aktuelle Situation.

Trotz der schwierigen Lage wollen die Betreiber ihr Konzept nicht aufgeben.


Verein soll langfristig Stabilität schaffen

Die Betreiber setzen nun auf eine neue Idee, um den Fortbestand des Kulturcafés zu sichern. Geplant ist die Gründung eines Fördervereins.

Die Überlegung: Durch regelmäßige Mitgliedsbeiträge könnte eine stabilere finanzielle Basis geschaffen werden. Gleichzeitig sollen Unterstützer künftig von verschiedenen Vergünstigungen profitieren.

Zusätzlich wurde eine Spendenkampagne gestartet.

„Jeder Euro zählt“, betont Inhaber Pepe Kirchhoff.


Immer mehr Betriebe geraten unter Druck

Bei Lust auf Dresden häufen sich die wirtschaftlichen Probleme in der Branche seit Monaten spürbar.

Fast täglich erreichen unsere Redaktion Meldungen über:

  • Betriebsschließungen,

  • Insolvenzen,

  • wirtschaftliche Engpässe,

  • verschobene Investitionen

  • und steigende Kosten.


Die Redaktion von Lust auf Dresden begleitet die Entwicklung der Dresdner Gastronomie und Hotellerie seit mehreren Jahren und steht regelmäßig im Austausch mit Betrieben, Verbänden und Branchenvertretern.

Unsere Recherchen zeigen, dass insbesondere kleinere, unabhängige Konzepte zunehmend Schwierigkeiten haben, die stark gestiegenen Kosten aufzufangen.


Warum der Fall über das einzelne Café hinausgeht

Wir sehen die Entwicklung mit großer Sorge.

Aus unserer Sicht geht es längst nicht mehr nur um einzelne Betriebe. Immer häufiger geraten gastronomische Konzepte unter Druck, die weit mehr sind als reine Gastronomiebetriebe. Sie sind Begegnungsorte, Kulturstätten und soziale Treffpunkte.

Für Dresden bedeutet das einen schleichenden Verlust an Vielfalt und Individualität. Gerade die Neustadt lebt von ihren besonderen Orten, kreativen Konzepten und kleinen Betrieben.

Für die Region ist das relevant, weil die wirtschaftliche Lage vieler gastronomischer Betriebe inzwischen ein strukturelles Problem geworden ist.


Fazit

Die neue Spendenaktion für das Kulturcafé „Tag2wo“ ist ein weiteres Signal dafür, wie angespannt die Situation in der Gastronomie weiterhin ist.

Ob die Spendenkampagne und der geplante Förderverein ausreichen, um den Betrieb langfristig zu sichern, bleibt offen.

Die wichtigste Erkenntnis bleibt: Immer mehr Betriebe kämpfen nicht mehr um Wachstum, sondern um ihre Existenz.

Wir bleiben an dem Thema dran.


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Diskussionsfrage:

Sollten kulturell und sozial engagierte Cafés und kleine Gastronomiebetriebe stärker durch die öffentliche Hand unterstützt werden, um die Vielfalt der Städte zu erhalten?


Tags:


Autor:

Redaktion Lust auf Dresden


 
 
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