Nobody in Dresden: Zweiter Besuch – warum hier nicht nur am Service gearbeitet wurde, sondern auch das Konzept klarer wird
- Redaktion

- vor 12 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
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Manchmal sind es genau diese zweiten Besuche, die mehr erzählen als jeder klassische Test.
Wir sind noch einmal ins „Nobody“ gegangen – bewusst. Nach unserem ersten, kritischen Eindruck wollten wir wissen: Passiert hier wirklich etwas?
Und ja – das tut es. Aber anders, als man vielleicht erwartet.
Ein Abend, der zeigt: Hier wurde gearbeitet
Schon beim Empfang spüren wir den Unterschied. Freundlich, klar, strukturiert. Mit Hund geht es direkt nach oben in den Saloon.
Der Raum wirkt jetzt noch stimmiger als beim ersten Mal. Große Sitzflächen, Western-Inszenierung, Details rund um Terence Hill und Bud Spencer – hier entsteht eine Atmosphäre, die trägt.
Wir sitzen da und merken:
👉 Das ist kein Schnellschuss mehr, hier ist Ruhe reingekommen.

Küche: bewusst anders – und jetzt klar eingeordnet
Beim ersten Besuch war genau das unser größter Kritikpunkt:
👉 Warum passt eine rein vegetarische Küche in dieses Setting?
Nach unserem aktuellen Besuch und dem Gespräch mit der Geschäftsleitung ist die Antwort deutlich klarer.
Das Konzept ist bewusst so gewählt.
👉 Das „Nobody“ steht für hausgemachte Westerngerichte – vegetarisch interpretiert
Der Hintergrund ist dabei mehr als nur eine Marketingidee:
Terence Hill lebt seit über 50 Jahren vegetarisch und positioniert sich klar gegen Massentierhaltung.
Diese Haltung prägt das gesamte Konzept – und wird konsequent umgesetzt.
Interessant ist dabei auch die persönliche Geschichte dahinter:
Terence Hill, geboren 1939 in Venedig als Mario Girotti, wirkt bis heute erstaunlich fit und präsent.
Wir finden, das passt ins Bild – ein Leben, das schon früh von Bewegung, Disziplin und bewusster Ernährung geprägt war.
Während Bud Spencer in Drehpausen gern zur Pasta griff, setzte Hill schon damals auf leichte Kost wie Äpfel oder Reiswaffeln.
👉 Genau diese Haltung spiegelt sich heute im Restaurant wider.
👉 Fleisch ist kein Bestandteil des Konzepts
👉 klassische Elemente wie Bacon werden als „No-Meat“-Variante gedacht
Und ganz wichtig:
👉 Diese Ausrichtung ist nicht verhandelbar
Die Betreibergesellschaft rund um Mario Girotti gibt hier die Richtung klar vor – und genau das soll auch so nach außen getragen werden.
Was bedeutet das für die Einordnung?
Das verändert auch unseren Blick auf den Laden.
Was wir beim ersten Besuch noch als Bruch zwischen Ambiente und Küche wahrgenommen haben, ist in Wahrheit eine bewusste Entscheidung.
👉 Das Konzept will nicht Western-Klischees bedienen
👉 sondern sie neu interpretieren
Aber entscheidend ist:👉 Man muss dieses Konzept verstehen, um es richtig einzuordnen
Küche: gut gemacht – aber wir hadern mit der Konsequenz
Wir bestellen bewusst quer durch die Karte.
Der „Johnny Firpo Burger“ – solide, gut abgestimmt, das No-Meat-Patty funktioniert.
Die Maultaschen („Nilpferd“) – handwerklich sauber, geschmacklich rund.
Und dann das Eis_Dessert.
Ganz ehrlich: Das ist der Moment, in dem wir sagen:
👉 Genau so muss ein Abschluss aussehen.
Die Kombinationen sind durchdacht, die Präsentation passt, das ist kein Lückenfüller, sondern ein echtes Highlight. Die von uns gewählten Eisbecher "Johnny Firpo" & "Don Camillo" - sehr zu empfehlen.
Der Moment, der vieles erklärt
Und dann passiert etwas, das diesen Abend plötzlich auf eine andere Ebene hebt.
Wir stehen am Tresen – und sehen ein bekanntes Gesicht.
Botho Blankenstein.

Wer sich in Dresden ein bisschen auskennt, weiß, was das bedeutet. Organisation, Struktur, Abläufe – genau die Dinge, die beim ersten Besuch gefehlt haben.
Kurz darauf sprechen wir mit Maria Winkler. Viele kennen sie noch aus der „Zweiten Heimat“ in Ullersdorf. Ein Laden, der genau von dem gelebt hat, was wir hier jetzt plötzlich spüren: Haltung, Struktur, Gastgeberrolle.
Und dann sagt sie einen Satz, der hängen bleibt:
👉 „Wir haben genau an den Punkten gearbeitet, die ihr kritisiert habt.“
Das ist der Moment, in dem aus einem Restaurantbesuch ein Gastro-Radar-Thema wird.
Denn genau das passiert selten.
Was wir hier gerade beobachten
Das „Nobody“ steht exemplarisch für viele neue Konzepte in Dresden:
starker Start durch Aufmerksamkeit
operative Probleme in der Anfangsphase
anschließende Neujustierung
Der Unterschied hier:
👉 Es wurde reagiert – und zwar schnell
Fazit: Konzept steht – jetzt zählt die Umsetzung
Nach unserem zweiten Besuch bleibt ein klareres Bild:
👉 Das „Nobody“ ist kein halbfertiges Konzept mehr
👉 sondern ein bewusst gesetzter Gegenentwurf
Vegetarische Westerngerichte sind hier keine Option, sondern Grundlage.
Ob das für jeden Gast funktioniert, ist eine andere Frage.
Aber:
👉 Die Richtung ist jetzt klar
👉 die Umsetzung deutlich besser
Und genau darauf wird es in Zukunft ankommen.
Mehr Einordnung statt Schlagzeilen?
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Diskussionsfrage:Ist ein konsequent vegetarisches Konzept im Western-Setting mutig – oder für euch schwer vorstellbar?
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Adresse
Nobody Terence Hill
Wilsdruffer Straße 10, 01067 Dresden
Telefon: 0351 824 09360
Täglich bgeöffnet von 09-22 Uhr
















