Aus Roter Bete wird „Schinken“: Wie in Tharandt ein ungewöhnliches Genussprodukt entsteht
- Redaktion

- 17. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Noch mehr Genussempfehlungen aus Dresden und der Region findet ihr in unserem Region-Genuss-Guide.

Wir geben zu: Beim ersten Mal klingt es nach einem typischen „Das kann nicht funktionieren“-Produkt. Schinken aus Roter Bete? Ohne Fleisch, ohne Zusatzstoffe – dafür mit Pilz, Zeit und viel Geduld.
Und genau deshalb haben wir genauer hingeschaut. Denn was in Tharandt entsteht, ist kein klassischer Fleischersatz, sondern etwas ganz anderes: ein handwerklich entwickeltes Produkt, das eher aus der Fermentation als aus der veganen Szene kommt.
Vom Acker in den Reifekeller – ein ungewöhnlicher Prozess
Die Grundlage ist simpel: Rote Bete. Doch der Weg dahin ist alles andere als einfach.
Beize aus Salz und Gewürzen
Vorkochen im Dampf
Fermentation mit Aspergillus oryzae
Räuchern
monatelange Reifung im Keller
👉 Das Ergebnis: ein Produkt, das optisch und strukturell an luftgetrockneten Schinken erinnert – mit nussigen, würzigen Aromen und feiner Rauchnote.
Was uns dabei auffällt:
Hier wird nicht versucht, Fleisch zu kopieren – sondern ein eigener Weg gegangen.
Ein Blick zurück: Handwerk mit Geschichte in der Region
Was viele nicht wissen: Die Wurzeln dieser Arbeit reichen deutlich weiter zurück.
Wir erinnern uns noch gut an eine Empfehlung aus unserer frühen Berichterstattung rund um die Dresdner Gastroszene: 2012 stand Chefkoch Peer Zetsche bei „Julius Kost“ in Grumbach am Herd – damals noch mit klassischen, handwerklich geprägten Gerichten.
Ein Beispiel, das hängen geblieben ist:
👉 Walnussdrillinge mit schwarzen Nüssen
Ein Gericht, das zeigt, wie tief das Verständnis für regionale Produkte und Verarbeitung schon damals war. Die Verwendung von „schwarzen Nüssen“ – unreif geerntet, aufwendig verarbeitet und geschmacklich intensiv – ist kein Trend, sondern echtes Handwerk.
Die Zubereitung war bewusst reduziert:
vorgekochte Drillinge angebraten
Walnüsse für Struktur und Röstaromen
schwarze Nüsse für Tiefe
abgeschmeckt mit Salz, Muskat und Pfeffer
👉 Einfach gedacht – aber handwerklich präzise umgesetzt.
Für uns ist genau das der entscheidende Punkt:
Die heutige Arbeit mit Fermentation kommt nicht aus dem Nichts. Sie baut auf Jahren Erfahrung, Produktverständnis und Experimentierfreude auf.
Atmosphäre: Handwerk statt Trendküche
Wer die Tharandter Spezialitätenmanufaktur kennt, merkt schnell, dass hier zwei Welten zusammenkommen:
klassische Fleischerei
experimentelle Produktentwicklung
Bistro, Imbiss und Kochevents
👉 Und genau diese Mischung funktioniert.
Hier wird nicht für den schnellen Effekt produziert, sondern über Monate entwickelt. Mit Rückschlägen, mit Lernprozessen – und mit einem klaren Anspruch.
Für wen ist das interessant?
Das ist kein Produkt für jeden – und will es auch nicht sein.
Wir sehen die Zielgruppe hier bei:
neugierigen Genießern
Menschen mit Interesse an Fermentation
Gästen, die bewusst essen
auch Fleischessern, die offen sind
👉 Wer einfach nur „Ersatz“ sucht, wird hier nicht abgeholt.
Unsere Einschätzung
Wir finden: Das ist eines der spannendsten Produkte aus der Region.
Nicht wegen des veganen Ansatzes.
Sondern wegen des handwerklichen Anspruchs.
👉 Zeit als Zutat
👉 Fermentation als Methode
👉 Erfahrung als Grundlage
Und genau das unterscheidet dieses Produkt von vielen anderen.
Und wie schmeckt das Ganze?
Ehrlich gesagt:
👉 Es ist kein Schinken.
👉 Aber es funktioniert eigenständig.
Mit Tiefe, Struktur und einer Aromatik, die man so nicht erwartet.
Unsere Empfehlung
👉 Probieren – aber ohne falsche Erwartung
👉 als Teil eines Menüs deutlich stärker als allein
👉 und wenn möglich frisch und vor Ort
Noch mehr Genuss entdecken?
Wir sind regelmäßig vor Ort und zeigen, was wirklich überzeugt.
👉 Weitere Empfehlungen im GenussGuide
👉 Unsere besten Tipps direkt im News-Ticker
Diskussionsfrage
Sind solche Produkte für euch Ersatz – oder entstehen hier gerade ganz neue Kategorien?
Tags
Tharandter Spezialitätenmanufaktur, Peer Zetsche Dresden, vegane Fleischalternative, Fermentation Sachsen, regionale Küche Dresden, #lustaufdresden











