Dresden testet mobile Trinkwasserbrunnen mit Sprühnebel gegen Hitze in der Innenstadt und Neustadt
- Redaktion

- vor 45 Minuten
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Weitere Einordnungen und Entwicklungen der Branche findet ihr in der Dresden-Radar-Übersicht.

Seit Mittwoch, 3. Juni 2026, sind in Dresden zwei mobile Trinkwasserbrunnen mit Vernebelungsfunktion in Betrieb. Die Anlagen stehen auf der Seestraße in der Innenstadt sowie am Jorge-Gomondai-Platz in der Neustadt und sollen an heißen Tagen für kostenlose Erfrischung sorgen.
Mit dem Pilotprojekt will die Stadt untersuchen, wie sich die Aufenthaltsqualität in dicht bebauten Stadtteilen verbessern lässt und welche Rolle mobile Wasserspender künftig bei der Anpassung an zunehmende Hitze spielen können.
Die Brunnen bieten nicht nur kostenloses Trinkwasser, sondern erzeugen zusätzlich feinen Sprühnebel zur Abkühlung. Außerdem verfügen sie über eine bodennahe Wassertränke für Hunde und sind barrierearm über Sensoren bedienbar.
Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen bezeichnet das Projekt als weiteren Schritt auf dem Weg zu einer klimaresilienten Stadt. Kostenfrei zugängliches Trinkwasser werde angesichts zunehmender Hitzebelastung immer wichtiger. Gleichzeitig ruft die Stadt die Dresdner dazu auf, ihre Erfahrungen mit den Anlagen zu teilen.
Hitze wird zunehmend zum Innenstadt-Thema
Die Auswahl der Standorte kommt nicht zufällig. Sowohl die Seestraße als auch der Bereich rund um den Jorge-Gomondai-Platz gehören zu den stärker versiegelten und dicht bebauten Bereichen Dresdens. Gerade dort staut sich Hitze an Sommertagen besonders stark.
André Barth, Leiter des Stadtbezirksamtes Altstadt/Neustadt, verweist auf die zunehmende Belastung durch anhaltende Hitzeperioden. Die wissenschaftliche Begleitung durch die Technische Universität Dresden sowie eine Bürgerbefragung sollen nun zeigen, ob die mobilen Brunnen tatsächlich zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen.
SachsenEnergie prüft die Wasserqualität
Am Projekt beteiligt sich auch die SachsenEnergie. Nach Angaben des Unternehmens werden die Wasserleitungen regelmäßig automatisch gespült. Zudem wird die Trinkwasserqualität im akkreditierten Labor kontrolliert und überwacht.
Die Anlagen wurden bereits am 29. Mai aufgebaut. Vor der offiziellen Freigabe erfolgte eine umfassende Prüfung der Wasserhygiene.
Finanziert wird der Testbetrieb durch die Stadtbezirke Altstadt und Neustadt, das EU-Projekt Time2Adapt sowie den Kooperationspartner SachsenEnergie.
Für Dresden ist das mehr als ein Brunnen-Projekt
Wir sehen hier deutlich mehr als nur zwei neue Trinkwasserstellen. Die Diskussion um Hitzeschutz wird in Städten zunehmend zu einem Standortfaktor. Während über neue Bäume, Fassadenbegrünung oder Schattenplätze oft jahrelang diskutiert wird, können mobile Lösungen vergleichsweise schnell eingesetzt werden.
Aus unserer Sicht wird interessant sein, wie intensiv die Anlagen tatsächlich genutzt werden. Gerade die Kombination aus Trinkwasser, Sprühnebel und Hundetränke könnte dafür sorgen, dass die Brunnen von sehr unterschiedlichen Nutzergruppen angenommen werden.
Für Dresden bedeutet das Pilotprojekt auch einen Praxistest für die Frage, wie Innenstädte in Zeiten häufiger Hitzewellen lebenswerter bleiben können. Sollte die Resonanz positiv ausfallen, dürfte die Diskussion über weitere Standorte schnell Fahrt aufnehmen.
Warum wir das Thema weiter beobachten
Die kommenden Sommer werden nach Einschätzung vieler Experten nicht kühler. Städte stehen deshalb zunehmend unter Druck, konkrete Lösungen statt langfristiger Konzepte zu liefern.
Die mobilen Trinkwasserbrunnen sind kein Allheilmittel gegen urbane Hitze. Sie könnten aber zeigen, wie vergleichsweise einfache Maßnahmen die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessern können.
Die Ergebnisse der TU Dresden, die Bürgerbefragung und die tatsächliche Nutzung der Anlagen dürften deshalb weit über die beiden Teststandorte hinaus interessant werden. Wir bleiben an dem Thema dran.
Mehr Informationen und die Bürgerbefragung gibt es unter:www.dresden.de/trinkbrunnen
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Diskussionsfrage
Sollte Dresden dauerhaft deutlich mehr öffentliche Trinkwasserbrunnen installieren – auch wenn dafür zusätzliche städtische Mittel notwendig wären?











