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Radebeul: Spitzhaus-Gastgeber bewirbt sich als erster Mann um Sachsens Weinkrone

Weitere Einordnungen und Entwicklungen der Branche findet ihr in der Region-Radar-Übersicht.

Spitzhaus Radebeul

Der Wettbewerb um die sächsischen Weinhoheiten startet mit einer Premiere: Nach der Öffnung des Amtes für Männer bewirbt sich mit Marco Stelter (47), Gastgeber im Spitzhaus Radebeul, erstmals ein Mann um den Titel des Sächsischen Weinkönigs. Nach Angaben von TAG24 soll der Verband den Wettbewerb nach einem Jahr ohne Weinhoheiten strukturell neu aufgestellt und die Vorbereitung der Kandidatinnen und Kandidaten durch Coachings erweitert haben.


Stelter begründet seine Kandidatur mit seiner engen Verbindung zum sächsischen Weinbau. Gegenüber TAG24 sagte er: „Ich werde dafür brennen!“ Als Gastgeber kenne er die Herausforderungen der Winzer, deren Absatz unter Druck stehe und die gleichzeitig mit steigenden Kosten konfrontiert seien.


Neue Entwicklung für den sächsischen Weinbau

Die Öffnung des Wettbewerbs für Männer ist eine sichtbare Veränderung in der Außendarstellung des sächsischen Weinbaus. Gleichzeitig steht das Ehrenamt vor der Aufgabe, eine Branche zu repräsentieren, die seit Jahren mit wirtschaftlichen Herausforderungen kämpft.

Gerade in Sachsen übernehmen die Weinhoheiten traditionell eine wichtige Rolle als Botschafter für die vergleichsweise kleine Weinregion, die weit über die Landesgrenzen hinaus Aufmerksamkeit schaffen soll.


Unsere eigene Erfahrung mit dem Spitzhaus

Die Kandidatur hat uns allerdings überrascht.

Die Redaktion von Lust auf Dresden war im Juni 2023 selbst im Spitzhaus zu Gast und führte im Rahmen unserer Reihe „Gastgeber vorgestellt“ ein ausführliches Gespräch mit dem damaligen Verantwortlichen für Event & Service, Martin Kresin, über das Haus, die Gastronomie und die Ausrichtung des Betriebs.

Nach der Veröffentlichung wurden wir von Marco Stelter persönlich darum gebeten, den Artikel wieder aus dem Netz zu nehmen. Eine Begründung für diesen Wunsch haben wir damals trotz Nachfrage nicht erhalten. Aus Respekt vor diesem ausdrücklichen Wunsch kamen wir der Bitte nach und entfernten den Beitrag.

Umso überraschender ist für uns nun die öffentliche Bewerbung um ein Ehrenamt, das bewusst auf Sichtbarkeit, Medienpräsenz und öffentliche Kommunikation ausgerichtet ist.


Zwischen öffentlicher Rolle und Medienarbeit

Gerade Weinhoheiten übernehmen weit mehr als repräsentative Aufgaben. Sie vertreten Winzer bei Veranstaltungen, geben Interviews, werben für die Region und stehen regelmäßig im Austausch mit Medien.

Vor diesem Hintergrund wirft die jetzige Bewerbung Fragen auf – nicht zur Person, sondern zum Umgang mit Öffentlichkeit.


Unsere Einordnung

Wir sehen in der Öffnung des Wettbewerbs für Männer eine nachvollziehbare und zeitgemäße Entwicklung. Entscheidend bleibt jedoch nicht das Geschlecht der Weinhoheit, sondern ihre Fähigkeit, die Interessen der sächsischen Winzer glaubwürdig nach außen zu vertreten.


Aus unserer Sicht gehört dazu auch ein offener und konstruktiver Umgang mit regionalen Medien. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten profitieren Weinbau, Gastronomie und Tourismus davon, wenn Betriebe und Botschafter die öffentliche Aufmerksamkeit aktiv nutzen.


Für Dresden bedeutet das, dass die sächsische Weinregion zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten könnte – insbesondere dann, wenn der erste Weinkönig tatsächlich gewählt wird und als Gesicht des Weinlandes Sachsen auftritt.


Für die Region ist das relevant, weil der Weinbau ein wichtiger Bestandteil des touristischen Profils zwischen Dresden, Radebeul, Meißen und dem Elbtal ist. Eine starke öffentliche Repräsentation kann dazu beitragen, Besucher anzuziehen und den Absatz regionaler Weine zu unterstützen.


Fazit

Mit der Bewerbung von Marco Stelter beginnt für den Wettbewerb um die sächsischen Weinhoheiten ein neues Kapitel. Ob er tatsächlich der erste Weinkönig Sachsens wird, entscheidet sich in den kommenden Monaten.

Unabhängig vom Wahlausgang zeigt die Kandidatur, dass der Verband neue Wege geht, um den sächsischen Weinbau stärker in den Fokus zu rücken. Gleichzeitig bleibt spannend, wie die zukünftigen Weinhoheiten ihre Rolle als öffentliche Botschafter der Region ausgestalten werden.

Wir werden die weitere Entwicklung begleiten.


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Diskussionsfrage:

Sollte eine Weinhoheit als offizieller Botschafter des sächsischen Weinbaus bewusst die Zusammenarbeit mit regionalen Medien suchen – oder ist ein zurückhaltender Umgang mit Öffentlichkeit ebenso legitim?


Tags:


Autor:

Dirk Andersch

Redaktion Lust auf Dresden


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