Ein doppeltes „Plopp“ auf zwei Jubiläen
- Sabine Mutschke

- 16. Aug. 2025
- 4 Min. Lesezeit

Gerd Kastenmeiers Kochkunst gibt es seit 30 Jahren in Dresden
Vor 15 Jahren eröffnete er das Restaurant „Kastenmeiers“
Seit 1995 kann man sich in Dresden von Gerd Kastenmeiers Kochkünsten verwöhnen
lassen. Vor 30 Jahren zog der gebürtige Bayer an die Elbe und ist hier schon länger zu
Hause als an allen anderen Orten, die seinen Lebensweg flankierten.
„Ich fühle mich längst als Sachse“, erklärt Gerd Kastenmeier, und zwar mit unverkennbar
bayrischem Dialekt. „Nur meine Stimmbänder haben das immer noch nicht begriffen“.
Auf Wunsch seiner Stammgäste kam Gerd Kastenmeier aus Berlin nach Dresden
Nach seiner Ausbildung zum Koch im Fünf-Sterne-Haus „Raffael“ in München zog es den
Sohn einer Köchin zunächst in die Hamburger Restaurants „Amadeus“ und Landhaus
Scherrer, bevor er Anfang der 90er Jahre als Küchenchef und Geschäftsführer zur
„Fischküche“ nach Berlin wechselte.
Dort orderten Stammgäste regelmäßig für ihre Dienstreisen nach Dresden ein Lunchpaket
mit Fisch und schlugen dem jungen Koch vor, doch in Dresden ein Fischrestaurant zu
eröffnen, so etwas gäbe es dort nicht. Der erste Blick von der Augustusbrücke über die Elbe
weckte sofort seine Begeisterung, und nach sechs Wochen Innenausbau eröffnete Gerd
Kastenmeier am 15.8.1995 die Fischgalerie auf der Maxstraße. Zwei Jahre später entdeckte
er auf der Fahrt zum Großhandel die Lindenschänke und verliebte sich spontan in das
Wirtshaus an der Elbbiegung in Altmickten. Nach dessen behutsamer, denkmalgerechter
Sanierung führte er Fischgalerie und Lindenschänke ab 1998 parallel, bis die Fischgalerie im
Hochwasser 2002 buchstäblich unterging.
Wieder waren es Stammgäste, die regelmäßig nachfragten, ob er nicht endlich einen neuen
Ort für ein Fischrestaurant gefunden hätte. Das öffnete tatsächlich im Jahr 2010 im
Kurländer Palais als das „Kastenmeiers“. Es wurde 2018 vom Genussmagazin
„Feinschmecker“ zu einem der zwölf besten Fischrestaurants Deutschlands gewählt. Die
außergewöhnlichen Räume werden durch Kastenmeiers Catering-Team noch heute für
exklusive Veranstaltungen genutzt und vermietet.
Kastenmeiers Catering ist längst ein wichtiges Standbein
Das Cateringgeschäft ist ein wichtiges Standbein des „Kastenmeiers“ und wird von Andreas
Frahm – seit 28 Jahren enger Mitarbeiter von Gerd Kastenmeier – im operativen Geschäft
geleitet. Mandy Haupt koordiniert den Service im Catering und ist seit 27 Jahren dabei.
Der 80. Geburtstag von Hans-Dietrich Genscher 2007 zählt zu den Veranstaltungen, die dem
Team in besonderer Erinnerung blieb. Aber auch viele Hochzeiten, Jubiläen und
Firmenevents stehen regelmäßig in den Auftragsbüchern.
Beim Leipziger Opernball zeichnete Gerd Kastenmeier mit seinem Catering-Team schon
13mal für das Menü im Saal verantwortlich, und auch das Catering für den nächsten Ball am
25. Oktober liegt in seiner Hand.

Klimatisierte Räume und mehr Platz im Taschenbergpalais
Das Frühjahr 2019 brachte einen Ortwechsel mit sich. Das „Kastenmeiers“ zog um in neue,
klimatisierte Räume im Taschenbergpalais und konnte auch die Platzkapazität vergrößern.
Der idyllische Innenhof ist bei Hotel- und Stammgästen sehr beliebt, und auch die frühere
Sushi- und Austernbar fand von Anfang an begeisterte Gäste. Vor einigen Monaten wurde
sie in eine Weinbar umgebaut inklusive „Art to go“ in Form von Bildern des Künstlers Kay
„LEO“ Leonhardt, mit dem Gerd Kastenmeier auf vielfältige Art zusammenarbeitet und
dessen Bilder interessierte Gäste der Weinbar direkt von der Wand weg kaufen können.
Neben ausgewählten Weinen kann man hier aus der riesigen Weinkarte des Restaurants
bestellen und ebenso die Weine probieren, die Gerd Kastenmeier in seinem Online-
Genussshop anbietet. „Wein ist mein Hobby, und es ist ein großes Glück, dass ich mich
beruflich damit beschäftigen kann“, erklärte Gerd Kastenmeier zur Eröffnung der Weinbar.
„Im Weingut Proschwitz reift seit vielen Jahren unser Hauswein, in Südafrika kreiere ich
Weine für unseren Online-Shop, und unsere Wein- und Champagnerbar ist ein richtiges
Eldorado für Weingenießer mitten in der Innenstadt“.
Raffinierte Fischgerichte sind seit 30 Jahren die Spezialität seiner Kochkunst
Das „Kastenmeiers“ ist vor allem als Fischrestaurant bekannt. Neben dem Chef-Teller mit
einer Auswahl verschiedener Fischfilets und Meeresfrüchte sind Zander und Forelle bei den
Gästen besonders beliebt. Auch die Trüffel-Spaghetti rangieren auf der Liste der
Lieblingsgerichte weit oben. Auf Wunsch der Gäste der Lindenschänke wurden das kross
gebratene Kalbsschnitzel und Rindertatar 2010 in die Karte aufgenommen, sie avancierten
seitdem zum Klassiker. Das beliebteste Dessert ist der Crêpe Suzette, der nach
französischem Originalrezept direkt am Tisch flambiert wird. „Dafür kommen manche Gäste
regelmäßig nach einem Opern- oder Theaterbesuch zu uns“, erzählt Restaurantleiter Volker
Küchenmeister, der seit 2005 an Bord ist und seit 2010 Im „Kastenmeiers“ die Gäste betreut.
„Auch die Hummerspaghetti bereitet unser Service direkt am Tisch des Gastes zu.“
Gerd Kastenmeier versteht sich als Gastgeber, der den Gästen ein Erlebnis schenkt
Das Tranchieren und das Flambieren am Tisch ist in der Gastronomie sehr selten geworden.
Im „Kastenmeiers“ wird der Fisch für die Gäste auf Wunsch von den Gräten befreit, und es
gibt sogar zwei Flambierwagen. „Die Leute gehen heutzutage nicht in erster Linie in ein
Restaurant, weil sie Hunger haben, sondern um etwas zu erleben“, ist Gerd Kastenmeier
überzeugt. Daher möchte er seinen Gästen Erlebnisse schenken.
Die eigenen Fischbecken garantieren Frische und besonderen Genuss
Auch die beiden großen Fischbecken über der offenen Küche folgen dieser Philosophie.
Das Hummerbecken ist nach eigenen Recherchen inzwischen das einzige in Ostdeutsch-
land, und auch Forellen und Saiblinge aus dem Becken sind eine Seltenheit.
Auf ein eigenes Fischbecken hat Gerd Kastenmeier schon immer viel Wert gelegt, sogar im
Wirtshaus Lindenschänke. „Die Qualität von frisch geschlachteten Forellen ist unübertroffen
und überzeugt auch Skeptiker, die Fisch wegen der Gräten meiden“, schwärmt Gerd
Kastenmeier. „Wenn die Forelle aus dem Fischbecken kommt, haften die Gräten nach der
Zubereitung nicht am Fleisch und lassen sich mit der Mittelgräte mit einem Mal und ohne
Verluste herausziehen.“
Wechselnde Kunst an den lehmverputzten Wänden zieht die Gäste an
Auch die wechselnden Kunstausstellungen in den Gasträumen verschaffen den Gästen
immer wieder neue Eindrücke bei ihrem Restaurantbesuch. Vor wenigen Tagen wurde die
95. Ausstellung seit Eröffnung des „Kastenmeiers“ 2010 in einer Vernissage präsentiert.
Bis zum 18. September kann man die Bilder von Frances und Everett Duarte bewundern.
Insgesamt kümmern sich im Restaurant und im Cateringservice 31 Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen aus neun Ländern um die Gäste, darunter fünf Auszubildende.
Kastenmeiers“ im Taschenbergpalais, Dresden












