Revolution auf der Wiesn? Giesinger Bräu will per Bürgerentscheid aufs Oktoberfest
- Redaktion Lust auf Dresden
- vor 4 Stunden
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München. Die Münchner Brauerei Giesinger Bräu strebt ab 2027 die Zulassung zum Oktoberfest an – und setzt dafür nicht auf Hinterzimmerpolitik, sondern auf ein Bürgerbegehren. Ziel ist ein offizieller Bürgerentscheid, mit dem die Stadtgesellschaft über die Teilnahme der Brauerei am größten Volksfest der Welt abstimmen soll.
Der Hintergrund: Sechs Brauereien – seit Jahrzehnten
Auf der Wiesn dürfen bislang ausschließlich sechs Traditionsbrauereien ausschenken: Augustiner-Bräu, Hacker-Pschorr, Hofbräu München, Löwenbräu, Paulaner Brauerei und Spaten-Franziskaner-Bräu.
Die Grundlage bildet die Betriebsvorschrift der Stadt München, die explizit von „bewährten Münchner Traditionsbrauereien“ spricht. Änderungen sind nur per Stadtratsbeschluss möglich.
Giesinger argumentiert mit Herkunft und Fairness
Brauereigründer Steffen Marx betont seit Jahren: Giesinger erfüllt alle formalen Kriterien. Das Bier wird in München gebraut, verfügt über einen eigenen Tiefbrunnen und darf offiziell das Siegel „Münchner Bier“ tragen.
Die zentrale Frage, die nun zur Abstimmung gestellt werden soll: Soll ab 2027 auch Giesinger Bier auf der Wiesn ausgeschenkt werden dürfen?
Für ein Bürgerbegehren werden laut Angaben der Initiatoren zwischen 30.000 und 40.000 gültige Unterschriften benötigt.
Politische Dynamik vor der Kommunalwahl
Brisant ist der politische Kontext: Vor den Münchner Kommunalwahlen im März positionieren sich mehrere Akteure neu. Selbst Stimmen aus dem konservativen Lager, die bislang skeptisch gegenüber einer Erweiterung waren, signalisieren inzwischen Offenheit.
Gleichzeitig steht mit der Münchner Kindl Brauerei bereits eine weitere Münchner Marke in den Startlöchern – was die Debatte um Tradition und Öffnung weiter anheizt.
Unsere Einordnung im GenussGuide-Modus
Die Wiesn ist mehr als ein Volksfest. Sie ist Markenwelt, Wirtschaftsfaktor und kulturelles Symbol. Eine zusätzliche Brauerei wäre tatsächlich eine Zäsur – weniger geschmacklich, mehr strukturell.
Aus gastronomischer Sicht stellt sich die spannende Frage: Bleibt Tradition nur stark, wenn sie unverändert bleibt? Oder gewinnt sie an Kraft, wenn sie sich behutsam weiterentwickelt?
In anderen Städten ist Bierkultur längst dynamischer geworden. Craft-Brauer, regionale Konzepte, neue Identitäten – das alles gehört heute selbstverständlich dazu. München hingegen schützt sein Aushängeschild seit Jahrzehnten.
Ob die Öffnung der Wiesn wirklich eine „Revolution“ wäre – oder nur eine zeitgemäße Anpassung – darüber wird nun möglicherweise die Stadtgesellschaft entscheiden.
Diskussionsfrage
Sollte das Oktoberfest seine exklusive Struktur bewahren – oder wäre eine zusätzliche Münchner Brauerei ein logischer Schritt in Richtung moderner Bierkultur?
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