Wenn Traditionsgaststätten verschwinden: Das Hexenhaus steht für ein größeres Problem
- Redaktion Lust auf Dresden

- vor 2 Stunden
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In unserer Region verschwinden immer häufiger Orte, die über Jahrzehnte mehr waren als nur ein Restaurant. Sie waren Treffpunkte, Nachbarschaftsorte, Stück Stadtgeschichte. Das Hexenhaus ist eines dieser Häuser – und sein möglicher Wandel vom Gastronomiestandort zum Wohnhaus wirft grundsätzliche Fragen auf.
Dabei geht es längst nicht nur um ein einzelnes Gebäude.
Gastronomie verliert Raum – und Sichtbarkeit
Was sich aktuell auch in Dresden beobachten lässt: Gastronomische Nutzungen geraten zunehmend unter Druck. Steigende Kosten, Investitionsstau, fehlende Nachfolger und attraktive Alternativen im Immobilienmarkt führen dazu, dass Traditionsbetriebe still und leise verschwinden. Zurück bleiben leere Häuser – oder neue Wohnprojekte.
Für Gäste bedeutet das: weniger Vielfalt, weniger Identität, weniger Orte, an denen Stadtleben stattfindet.
Warum gerade diese Orte fehlen
Traditionsgaststätten wie das Hexenhaus erfüllen eine Funktion, die sich nicht einfach ersetzen lässt. Sie stehen für Kontinuität, Erinnerungen und eine niedrigschwellige Form von Gemeinschaft. Wenn solche Orte wegfallen, verändert sich nicht nur das gastronomische Angebot – sondern das soziale Gefüge ganzer Quartiere.
Gerade in lebendigen Stadtteilen zeigt sich: Wo Gastronomie verschwindet, wird es leiser. Und oft auch anonymer.
Einzelfall oder strukturelles Thema?
Das Hexenhaus ist kein isolierter Fall. In Dresden – wie auch in anderen Städten – geraten gastronomische Flächen zunehmend in Konkurrenz zu Wohn- und Renditenutzungen. Ohne klare städtische Strategien droht langfristig ein Verlust an urbaner Mischung.
Die Frage ist daher nicht nur: Was passiert mit diesem Haus? Sondern: Wie viel Raum geben wir Gastronomie künftig noch in unseren Städten?
Unsere Einordnung
Der mögliche Abschied vom Hexenhaus steht sinnbildlich für eine Entwicklung, die Gastronomen, Gäste und Stadtgesellschaft gleichermaßen betrifft. Es geht um mehr als Nutzungskonzepte – es geht um die Frage, welche Orte Stadtleben prägen dürfen.
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