Tee-Imprimitur & Ottifanten – Wenn Otto Waalkes in Dresden zeigt, wie viel Kunst in einem Komiker steckt
- Redaktion Lust auf Dresden

- 17. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Es gibt Begegnungen, die bleiben. Und wenn wir sagen, dass uns der Besuch in der Hauskapelle des Hotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden nachhaltig beeindruckt hat, dann liegt das vor allem an einem Mann: Otto Waalkes. Ja, der Otto. Der Mann, der seit Jahrzehnten Generationen zum Lachen bringt – und uns nun erneut überrascht hat.
Wir – die Redaktionen Lust auf Dresden und Lust auf Chemnitz – hatten die Gelegenheit, mit Otto persönlich zu sprechen, seine Ausstellung zu erleben und seine Kunst aus nächster Nähe zu sehen. Und wir können nur sagen: Diese Schau muss man gesehen haben – mit oder ohne Tee.
150 Werke – und jedes trägt Ottos DNA
Noch bis zum 3. Januar 2026 zeigt die Walentowski Galerie in der Hauskapelle des Taschenbergpalais rund 150 Werke – eine Mischung aus Humor, klassischer Maltechnik und Ottos unnachahmlichem Charme.
Galerist Christoph Walentowski nennt es „eine einzigartige Mischung aus feinsinnigem Humor und künstlerischer Originalität“.Wir nennen es: ein kreativer Volltreffer.

Was Otto uns erzählt hat
Schon beim ersten Händedruck wird klar: Dieser Mann ist ein kreatives Multiversum.Während unseres Gesprächs blickt Otto zurück auf seine Anfänge – und wir hören ihm zu wie Kinder, die am Lagerfeuer sitzen und Geschichten von einem Abenteurer lauschen.
Er erzählt von Hamburg in den 70ern, von kleinen Clubs, Gitarrenabenden und einem Kunststudium, das er sich damals mit Auftritten finanzierte. Und natürlich erzählt er es auf seine typische Weise – mit kleinen Pausen, einem schelmischen Lächeln und viel Herz.
Kunst mit Tee – kein Witz, sondern echte Technik
Und dann kommen wir zu etwas, das uns wirklich überrascht hat: Otto macht seine Grundierung mit Friesentee.
Eine Tee-Imprimitur. Er gießt schwarzen Tee über die Leinwand, lässt ihn einziehen und schafft damit eine warme, fast antike Patina.
Wir waren ehrlich gesagt sprachlos. Denn was danach passiert, ist Handwerk pur:
feine Vorzeichnungen
Umbra-Schatten in Künstler-Tempera
helle Weißhöhungen
Lasuren über Lasuren
Schichten, die wie Stoff, Fell oder Seide wirken
Otto erklärt uns die Technik so unkompliziert wie nur er es kann – mit einem Zwinkern, das sagt: „Es ist eigentlich ganz einfach.“ Nur ist es das nicht. Wir haben seine Bilder gesehen: Das ist echte Kunst, präzise, liebevoll, detailverliebt.

Der Ottifant – geboren aus einer Nase, die nicht wollte
Natürlich sprechen wir über ihn: den Ottifanten. Im Gespräch erklärt Otto lachend, wie sein berühmter Elefant entstand – bei einem missglückten Selbstporträt, das plötzlich eine lange Nase bekam… und dann eben ein Elefant wurde.
Was uns besonders gefallen hat: Der Ottifant versteckt sich in vielen seiner aktuellen Werke – mal sichtbar, mal augenzwinkernd versteckt, als wollte er sagen:„Such mich doch.“
Freunde, Farbe & Eierlikör
Wir sprechen über Udo Lindenberg, Malereien, Freundschaften und Kunst. Und während Udo mit Eierlikör malt, bleibt Otto beim Tee.„Ich male mit Tee!“ sagt er und hebt den Finger wie ein Professor, der gerade eine wichtige Wahrheit verkündet.
Dresden, Hamburg, Humor und Handwerk – alles verschmilzt in diesem Moment zu Ottos ganz eigener Welt.

Unser Fazit: Ein Künstler, der lebt, was er schafft
Wir kennen Otto als Komiker.Wir kennen ihn als Musiker. Aber hier erleben wir ihn als Alchimisten der Kunst.
Zwischen Tee-Imprimitur, Umbra-Schattierungen und seinem legendären Elefanten steht ein Mann, der die Kunst nicht „macht“, sondern lebt.Und der uns gezeigt hat, dass Kreativität nicht nur Talent ist, sondern Hingabe, Spaß, Experiment und Mut.
Diese Ausstellung ist keine Pflicht – sie ist pure Freude.
📍 Ausstellungsinfos
Hotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden
HauskapelleTaschenberg 3, 01067 Dresden
Öffnungszeiten:
16. November 2025 – 3. Januar 2026
täglich 10–18 Uhr
Montag Ruhetag
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