Dresden: Campari geht gegen Aperol-Nachahmer vor – Folgen für Bars und Restaurants möglich
- Redaktion

- vor 8 Stunden
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Weitere Einordnungen und Entwicklungen der Branche findet ihr in der Region-Radar-Übersicht.

Der italienische Getränkekonzern Campari verschärft den Kampf gegen Nachahmer seines Erfolgsprodukts Aperol Spritz. In Italien hat das Unternehmen erstmals ein offizielles Treueprogramm für Bars und Restaurants gestartet. Betriebe verpflichten sich dabei, ausschließlich den Original-Aperol für ihren Aperol Spritz zu verwenden. Im Gegenzug erhalten sie Schulungen, Werbematerialien und ein Zertifikat für ihren Betrieb.
Auch wenn ein vergleichbares Programm für Deutschland derzeit nicht angekündigt ist, dürfte die Entwicklung die Gastronomie hierzulande aufmerksam verfolgen.
Original oder Alternative – ein wachsender Streit in der Gastronomie
Der Aperol Spritz gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Sommergetränken Europas. Nach Angaben des Campari-Konzerns erzielte die Marke zuletzt einen weltweiten Umsatz von 785 Millionen Euro. Der Gesamtkonzern setzte rund 3,05 Milliarden Euro um.
Mit dem Erfolg kamen jedoch zahlreiche günstigere Alternativen auf den Markt. Discounter und Handelsketten verkaufen inzwischen eigene Bitter-Aperitifs unter Namen wie Bitterol, Apice oder weiteren Eigenmarken. Diese ähneln dem Original sowohl optisch als auch geschmacklich, kosten jedoch häufig deutlich weniger.
Nach Angaben von Campari beobachten Unternehmensvertreter zunehmend, dass Bars und Restaurants orangefarbene Spritz-Getränke ausschenken, ohne dafür Aperol zu verwenden. Genau hier setzt das neue italienische Programm „Aperol Spritz: L'originale“ an.
Mehr als 2.000 Betriebe machen bereits mit
Seinen Anfang nahm das Programm in Padua, dem Geburtsort von Aperol, der dort bereits 1919 von den Brüdern Luigi und Silvio Barbieri entwickelt wurde.
Inzwischen beteiligen sich laut Unternehmensangaben bereits mehr als 2.000 Gastronomiebetriebe. Wer teilnimmt, verpflichtet sich, den klassischen Aperol Spritz ausschließlich nach Originalrezeptur zuzubereiten:
drei Teile Prosecco
zwei Teile Aperol
ein Teil Sodawasser
Eiswürfel
Orangenscheibe
Im Gegenzug erhalten die Betriebe Marketingmaterial, Barkeeper-Schulungen und ein Zertifikat für den Eingangsbereich.
Auswirkungen auf Dresden
Noch gibt es keine Hinweise darauf, dass das Treueprogramm nach Deutschland ausgeweitet wird. Campari bezeichnet Deutschland jedoch ausdrücklich als einen der strategisch wichtigsten Märkte außerhalb Italiens.
Nach Informationen von Lust auf Dresden erfreut sich der Aperol Spritz auch in Dresden seit Jahren ungebrochener Beliebtheit. Gerade in den Sommermonaten gehört er auf vielen Terrassen, in Biergärten und Rooftop-Bars zu den meistbestellten Aperitifs.
Für Gastronomen stellt sich damit zunehmend die wirtschaftliche Frage, ob ausschließlich Markenprodukte eingesetzt werden oder günstigere Alternativen verwendet werden. Gerade bei steigenden Einkaufspreisen versuchen viele Betriebe, ihre Kalkulation im Getränkebereich zu optimieren.
Gleichzeitig erwarten viele Gäste beim Bestellen eines Aperol Spritz tatsächlich das Originalprodukt.
Markenrecht bleibt ein Thema
Parallel zum neuen Treueprogramm geht Campari bereits seit längerem juristisch gegen die missbräuchliche Nutzung seiner Marke vor. So untersagte das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum beispielsweise die Verwendung des Namens „Aperbitter“.
Andere Eigenmarken wie Bitterol oder vergleichbare Produkte bleiben dagegen weiterhin zulässig, solange keine Markenrechte verletzt werden.
Unsere Einordnung
Wir sehen hier weit mehr als eine Marketingkampagne eines Getränkeherstellers. Die Diskussion berührt grundlegende Fragen der Transparenz in der Gastronomie.
Aus unserer Sicht sollte ein Getränk, das ausdrücklich als Aperol Spritz verkauft wird, auch tatsächlich mit Aperol zubereitet werden. Entscheidet sich ein Betrieb bewusst für einen anderen Bitter-Aperitif, spricht aus unserer Sicht nichts dagegen – allerdings sollte dies gegenüber den Gästen klar kommuniziert werden.
Für Dresden bedeutet das, dass Bars und Restaurants künftig möglicherweise noch stärker auf die korrekte Kennzeichnung ihrer Getränke achten werden. Gerade bei bekannten Markenprodukten wächst das Bewusstsein der Gäste für Originalität und Qualität.
Für die Region ist das relevant, weil zahlreiche Gastronomiebetriebe ihre Getränkekarten regelmäßig anpassen und gleichzeitig wirtschaftlich unter hohem Kostendruck stehen. Markenprodukte, Eigenmarken und Kalkulation werden deshalb zunehmend zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor.
Die Redaktion von Lust auf Dresden begleitet die Entwicklung der Dresdner Gastronomie und Hotellerie seit mehreren Jahren und steht regelmäßig im Austausch mit Betrieben, Verbänden und Branchenvertretern. Dabei zeigt sich immer wieder, dass Transparenz und Vertrauen für Gäste heute wichtiger sind denn je.
Fazit
Mit seinem neuen Treueprogramm setzt Campari ein deutliches Signal für den Schutz seiner erfolgreichsten Marke. Auch wenn Deutschland bislang nicht Teil der Initiative ist, dürfte die Diskussion über Originalprodukte und Alternativen künftig auch hier an Bedeutung gewinnen.
Für die Gastronomie bleibt die Herausforderung, wirtschaftlich zu arbeiten und gleichzeitig die Erwartungen der Gäste an Qualität und Ehrlichkeit zu erfüllen. Genau deshalb werden wir die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen.
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Diskussionsfrage:
Sollte ein Betrieb verpflichtet sein, Gäste ausdrücklich darauf hinzuweisen, wenn ein Aperol Spritz nicht mit dem Original-Aperol, sondern mit einer günstigeren Alternative gemischt wird – oder reicht es aus, wenn Geschmack und Qualität stimmen?
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Autor:
Redaktion Lust auf Dresden
Redaktionshinweis:
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI bei Recherche, Strukturierung und Textvorbereitung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft und bearbeitet.











