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Dresden: Firmeninsolvenzen erreichen Höchststand – Gastgewerbe gehört zu den größten Verlierern

Weitere Einordnungen und Entwicklungen der Branche findet ihr in der Dresden-Radar-Übersicht.

Firmeninsolvenzen erreichen Höchststand – Gastgewerbe gehört zu den größten Verlierern
Bildhinweis: KI-generiertes Symbolbild.

Dresden/Halle. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland verschärft sich weiter. Nach dem aktuellen Insolvenztrend des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) ist die Zahl der Firmeninsolvenzen im zweiten Quartal 2026 auf den höchsten Stand seit 21 Jahren gestiegen. Besonders alarmierend: Das Gastgewerbe zählt inzwischen zu den Branchen mit den stärksten Insolvenzentwicklungen. Auch für Dresden und Sachsen ist das ein deutliches Warnsignal.


Das IWH registrierte zwischen April und Juni 4.996 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften. Das entspricht einem Plus von neun Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2026. Einen höheren Quartalswert gab es zuletzt im zweiten Quartal 2005 mit 5.295 Unternehmensinsolvenzen.


Über 45.000 Arbeitsplätze betroffen

Nach Angaben des IWH waren allein im zweiten Quartal rund 45.500 Arbeitsplätze von den Insolvenzen betroffen. Damit liegt die Zahl sogar über dem Vergleichszeitraum des Jahres 2005, als rund 41.500 Beschäftigte betroffen waren.


Allein im Juni 2026 wurden 1.702 Unternehmensinsolvenzen registriert – 12 Prozent mehr als im Mai, 20 Prozent mehr als im Juni 2025 und sogar 80 Prozent über dem durchschnittlichen Juni-Niveau der Jahre 2016 bis 2019.


Besonders hohe Werte meldete das Institut für Nordrhein-Westfalen und Hessen. Gleichzeitig zeigt die Analyse, dass sich die wirtschaftlichen Probleme inzwischen nahezu durch alle Branchen und Regionen ziehen.


Gastgewerbe erreicht neuen Höchststand

Besonders aufmerksam verfolgt die Redaktion von Lust auf Dresden die Entwicklung im Gastgewerbe. Nach Angaben des IWH erreichte die Zahl der Insolvenzen im Gastgewerbe, ebenso wie im Handel, Baugewerbe, Grundstücks- und Wohnungswesen sowie im Dienstleistungssektor, den höchsten Stand seit Beginn der Erhebung Anfang 2020.


Nach Informationen von Lust auf Dresden beobachten wir diese Entwicklung bereits seit Monaten auch in Dresden und der Region. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Restaurants, Cafés, Hotels oder andere Betriebe wirtschaftliche Schwierigkeiten melden, ihren Betrieb einstellen oder Insolvenz anmelden müssen.


Unsere Recherchen zeigen, dass viele Unternehmer inzwischen gleichzeitig unter steigenden Personalkosten, hohen Energiepreisen, sinkender Kaufkraft der Gäste und wachsender Bürokratie leiden.


Frühindikatoren geben wenig Anlass zur Entwarnung

Zwar gingen die Frühindikatoren des IWH gegenüber dem ersten Quartal leicht zurück, sie lagen jedoch weiterhin 13 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals.

Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung, ordnet die Entwicklung deutlich ein:

„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass das Insolvenzgeschehen weiterhin auf einem außergewöhnlich hohen Niveau liegt. Die Lage ist schwierig: Die Insolvenzen treffen die Wirtschaft in der Breite. Viele Branchen und Regionen sind gleichzeitig betroffen. Für das dritte Quartal ist weiterhin mit höheren Insolvenzzahlen als im Vorjahr zu rechnen.“

Haushalt 2027 sorgt zusätzlich für Diskussionen

Parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung sorgt auch der Bundeshaushalt 2027 für kontroverse Debatten. Während zahlreiche Unternehmen auf Entlastungen hoffen, sehen viele Betriebe zusätzliche Belastungen durch steigende Sozialabgaben, geplante Steueränderungen und höhere Lohnkosten.


Unabhängig von der politischen Bewertung ist festzustellen, dass viele Unternehmer derzeit eine zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit wahrnehmen. Gleichzeitig stehen Bund und Länder vor der Herausforderung, unterschiedliche Ausgabenprioritäten miteinander zu vereinbaren. Welche Maßnahmen langfristig die Wirtschaft am wirksamsten stärken, ist Gegenstand der politischen Diskussion.


Für Dresden ist die Entwicklung besonders kritisch

Die Redaktion von Lust auf Dresden begleitet die Entwicklung der Dresdner Gastronomie und Hotellerie seit mehreren Jahren und steht regelmäßig im Austausch mit Betrieben, Verbänden und Branchenvertretern.

Wir sehen, dass sich die wirtschaftliche Belastung inzwischen nicht mehr auf einzelne Unternehmen beschränkt. Immer häufiger geraten auch etablierte Betriebe unter Druck, die über Jahre erfolgreich am Markt waren.

Aus unserer Sicht zeigt sich eine Entwicklung, die weit über kurzfristige konjunkturelle Schwankungen hinausgeht. Wenn Insolvenzen nahezu alle großen Wirtschaftsbereiche gleichzeitig erfassen, geraten nicht nur Unternehmen, sondern ganze Innenstädte, Arbeitsplätze und touristische Angebote unter Druck.

Für Dresden bedeutet das, dass jede Betriebsschließung nicht nur einen Unternehmer trifft, sondern häufig auch Mitarbeiter, Lieferanten, Vermieter und Gäste. Eine vielfältige Gastronomie und Hotellerie ist ein wesentlicher Standortfaktor für die Attraktivität der Landeshauptstadt.


Fazit

Die aktuellen Zahlen des IWH verdeutlichen, dass sich die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen weiter verschärft. Besonders das Gastgewerbe gehört inzwischen zu den am stärksten betroffenen Branchen. Ob sich die Situation in den kommenden Monaten stabilisiert oder weiter zuspitzt ist fraglich und wird auch von den wirtschafts- und sozialpolitischen Entscheidungen der Bundesregierung abhängen.

Wir werden die Entwicklung weiterhin aufmerksam begleiten und über die Auswirkungen auf Dresden und die Region berichten.


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Diskussionsfrage:

Welche Maßnahmen wären aus Ihrer Sicht am dringendsten notwendig, um weitere Insolvenzen in Gastronomie, Handel und Mittelstand zu verhindern?


Tags:


Autor:

Redaktion Lust auf Dresden


Redaktionshinweis:

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI bei Recherche, Strukturierung und Textvorbereitung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft und bearbeitet.

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