Dresden: Mehrheit akzeptiert hundefreundliche Restaurants – kinderfreie Konzepte sorgen für Diskussionen
- Redaktion

- vor 47 Minuten
- 3 Min. Lesezeit
Weitere Einordnungen und Entwicklungen der Branche findet ihr in der Region-Radar-Übersicht.

Eine aktuelle Verbraucherumfrage sorgt in der Gastronomie für Diskussionen: Während 56 Prozent der Deutschen Haustiere in Restaurants grundsätzlich begrüßen, spricht sich gleichzeitig eine Mehrheit von 61 Prozent dafür aus, dass es auch gastronomische Angebote ausschließlich für Erwachsene geben sollte.
Besonders bemerkenswert aus regionaler Sicht: In Sachsen liegt die Zustimmung für hundefreundliche Restaurants mit knapp 67 Prozent bundesweit an der Spitze.
Die Zahlen stammen aus einer Befragung des Kassensystemanbieters Lightspeed und des Marktforschungsinstituts Censuswide. Im April 2026 wurden in Deutschland 1.000 Personen über 18 Jahren befragt, die innerhalb der vergangenen sechs Monate ein Restaurant besucht hatten.
Sachsen ist besonders hundefreundlich
Die Ergebnisse zeigen deutliche regionale Unterschiede. Während in Brandenburg lediglich knapp 38 Prozent der Befragten Haustiere in Restaurants begrüßen, erreicht Sachsen mit fast 67 Prozent den höchsten Zustimmungswert Deutschlands.
Für Dresden ist das durchaus relevant. Die Zahl hundefreundlicher Cafés, Biergärten und Restaurants ist in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Viele Betriebe stellen inzwischen Wassernäpfe bereit oder werben aktiv damit, dass Hunde willkommen sind.
Ein bekanntes Beispiel ist der Dresdner Spitzenkoch Gerd Kastenmeier. Im Restaurant Kastenmeiers im Taschenbergpalais werden für vierbeinige Gäste sogar eigene Speisen beziehungsweise Hundesnacks angeboten. Das zeigt, welchen Stellenwert Haustiere inzwischen für viele Gastgeber und Gäste haben.
Gleichzeitig wächst die Zustimmung für „Adults only“
Parallel dazu wünschen sich immer mehr Menschen gastronomische Angebote ausschließlich für Erwachsene. Bundesweit unterstützen 61 Prozent der Befragten entsprechende Konzepte.
Besonders hoch fällt die Zustimmung bei jüngeren Gästen aus:
74 Prozent der 18- bis 28-Jährigen befürworten Restaurants nur für Erwachsene.
Bei den Babyboomern liegt die Zustimmung bei lediglich rund 45 Prozent.
42 Prozent halten Erwachsenenangebote ab einer bestimmten Uhrzeit – etwa ab 20 oder 21 Uhr – für sinnvoll.
Besonders häufig werden romantische Restaurants, Weinlokale oder gastronomische Konzepte mit starkem Abend- und Genusscharakter genannt.
Ein gesellschaftlicher Wandel in der Gastronomie?
Die Ergebnisse zeigen einen gesellschaftlichen Trend, der auch die Dresdner Gastronomie beschäftigen dürfte. Viele Betriebe setzen heute stärker auf Zielgruppen und klare Positionierungen.
Sinahn Fabian Sehk, Regional Senior Director DACH Hospitality bei Lightspeed, sagt:
„Gastronominnen und Gastronomen müssen heute aktiver denn je entscheiden, welche Atmosphäre sie schaffen wollen – und das auch selbstbewusst kommunizieren. Adults-only ist kein Ausschluss, sondern eine klare Einladung an die richtige Zielgruppe zur richtigen Zeit.“
Zwischen Familienfreundlichkeit und Spezialisierung
Wir sehen die Entwicklung mit gemischten Gefühlen.
Aus unserer Sicht zeigt die Umfrage, dass sich die Erwartungen der Gäste zunehmend verändern. Restaurants werden immer stärker nach individuellen Bedürfnissen ausgewählt. Ruhe, Genuss und ein bestimmtes Ambiente gewinnen an Bedeutung.
Gleichzeitig bleibt die Frage, wie weit eine Spezialisierung gehen sollte. Restaurants waren über Jahrzehnte Orte, an denen sich unterschiedliche Generationen begegneten. Familien, Kinder, Senioren und Hundebesitzer gehörten selbstverständlich dazu.
Für Dresden bedeutet das, dass sich Betriebe künftig noch klarer positionieren müssen. Einige werden auf Familien setzen, andere auf Ruhe und Erwachsenenangebote, wieder andere auf hundefreundliche Konzepte.
Was bedeutet das für die Branche?
Nach unseren Informationen beobachten viele Gastronomen die Entwicklung sehr genau. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten versuchen Betriebe, sich über ein klares Profil von Wettbewerbern abzuheben.
Die Redaktion von Lust auf Dresden begleitet die Entwicklung der Dresdner Gastronomie und Hotellerie seit mehreren Jahren und steht regelmäßig im Austausch mit Betrieben, Verbänden und Branchenvertretern.
Unsere Recherchen zeigen: Die Diskussion um Kinder, Haustiere und Zielgruppen wird in der Branche deutlich emotionaler geführt als noch vor wenigen Jahren.
Für die Region ist das relevant, weil Gastronomie zunehmend zum Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen wird. Die Frage lautet nicht mehr nur, was auf den Teller kommt, sondern auch, welche Atmosphäre Gäste künftig erwarten.
Fazit
Die wichtigste Erkenntnis der Umfrage: Die Ansprüche der Gäste werden immer individueller. Hundefreundliche Konzepte gewinnen an Zustimmung, gleichzeitig steigt die Akzeptanz für Restaurants ausschließlich für Erwachsene.
Wir bleiben an diesem Thema dran, weil die Entwicklung erhebliche Auswirkungen auf die Positionierung vieler Gastronomiebetriebe in Dresden und der Region haben dürfte.
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Diskussionsfrage:
Sind kinderfreie Restaurants ein legitimes Konzept für bestimmte Zielgruppen – oder verliert die Gastronomie damit ein Stück ihrer gesellschaftlichen Offenheit?
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Autor:
Redaktion Lust auf Dresden
Redaktionshinweis:
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI bei Recherche, Strukturierung und Textvorbereitung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft und bearbeitet.










