Dresden: Gastgewerbe verliert im Mai erneut Umsatz – Gastronomie besonders stark betroffen
- Redaktion

- vor 2 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Weitere Einordnungen und Entwicklungen der Branche findet ihr in der Region-Radar-Übersicht.

Die wirtschaftliche Lage im deutschen Gastgewerbe bleibt angespannt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, verzeichnete die Branche im Mai 2026 erneut rückläufige Umsätze. Besonders deutlich traf es die Gastronomie. Für Restaurants, Cafés und Bars in Dresden und der Region sind das weitere Signale, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen trotz voller Veranstaltungen und einer anhaltenden Reiselust vieler Menschen nicht nachhaltig verbessert haben.
Preisbereinigt – also unter Berücksichtigung der Inflation – lagen die Umsätze des Gastgewerbes 2,1 Prozent unter dem Vormonat April. Im Vergleich zum Mai 2025 fiel das Minus sogar auf 6,0 Prozent. Nominal, also ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung, gingen die Umsätze gegenüber dem Vorjahresmonat lediglich um 0,3 Prozent zurück. Das zeigt: Höhere Preise gleichen die rückläufige Nachfrage nur noch teilweise aus.
Gastronomie verliert real mehr als sieben Prozent
Besonders stark betroffen war erneut die Gastronomie. Restaurants, Cafés und andere gastronomische Betriebe mussten gegenüber dem Vorjahresmonat preisbereinigt einen Umsatzrückgang von 7,1 Prozent hinnehmen.
Nominal lagen die Erlöse zwar 0,7 Prozent über dem Vorjahreswert, doch dieser leichte Anstieg ist ausschließlich auf höhere Preise zurückzuführen. Real kamen deutlich weniger Umsätze zustande.
Hotels verzeichnen geringeren Rückgang
Etwas stabiler entwickelte sich der Beherbergungsbereich. Hotels und andere Übernachtungsbetriebe verzeichneten preisbereinigt ein Minus von 2,8 Prozent gegenüber Mai 2025. Nominal gingen die Erlöse um 1,0 Prozent zurück.
Damit zeigt sich, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung innerhalb des Gastgewerbes unterschiedlich auswirkt. Während die Hotellerie ebenfalls unter einer schwächeren Nachfrage leidet, trifft es die Gastronomie derzeit deutlich stärker.
Unsere Einordnung
Wir beobachten diese Entwicklung bereits seit längerer Zeit. In zahlreichen Gesprächen mit Dresdner Gastronomen werden immer wieder dieselben Herausforderungen genannt: steigende Einkaufspreise, höhere Personalkosten, sinkende Kaufkraft der Gäste und eine größere Zurückhaltung bei Restaurantbesuchen.
Die Redaktion von Lust auf Dresden begleitet die Entwicklung der Dresdner Gastronomie und Hotellerie seit mehreren Jahren und steht regelmäßig im Austausch mit Betrieben, Verbänden und Branchenvertretern.
Wir sehen, dass die aktuellen Zahlen die Erfahrungen vieler Unternehmer bestätigen. Trotz gut besuchter Veranstaltungen und einzelner Spitzentage reicht die Nachfrage häufig nicht aus, um die gestiegenen Kosten dauerhaft aufzufangen.
Aus unserer Sicht verschärft sich der wirtschaftliche Druck insbesondere für kleinere und familiengeführte Betriebe. Gleichzeitig beobachten wir, dass immer mehr Gastronomen ihre Konzepte überarbeiten, Öffnungszeiten reduzieren oder zusätzliche Veranstaltungen und Aktionen entwickeln, um neue Gäste zu gewinnen.
Für Dresden bedeutet das, dass sich die wirtschaftlichen Herausforderungen der Branche auch lokal weiter bemerkbar machen. In den vergangenen Monaten mussten bereits mehrere traditionsreiche Gastronomiebetriebe schließen oder ihre Geschäftsmodelle anpassen.
Für die Region ist das relevant, weil Gastronomie und Hotellerie zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen im Tourismus gehören und zahlreiche Arbeitsplätze sichern. Anhaltende Umsatzrückgänge wirken sich daher weit über die einzelnen Betriebe hinaus aus.
Fazit
Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen deutlich: Das Gastgewerbe befindet sich weiterhin in einer schwierigen wirtschaftlichen Phase. Besonders die Gastronomie verliert real spürbar an Umsatz, obwohl höhere Preise die Erlöse auf dem Papier teilweise stabilisieren.
Ob sich die Sommersaison und das zweite Halbjahr positiv entwickeln oder weitere Belastungen auf die Branche zukommen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Wir bleiben an diesem Thema dran und ordnen die Entwicklung regelmäßig für Dresden und die Region ein.
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Sind steigende Preise allein verantwortlich für die sinkenden Umsätze in der Gastronomie – oder verändert sich das Ausgeh- und Konsumverhalten der Gäste derzeit grundlegend?
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Autor:
Redaktion Lust auf Dresden











