Dresden-Neustadt: „Die Hundert“ öffnet nach Insolvenz im September wieder
- Redaktion

- vor 3 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
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Eine der traditionsreicheren Kneipen der Dresdner Neustadt bekommt eine zweite Chance: „Die Hundert“ in der Alaunstraße 100 soll zum 1. September 2026 wieder öffnen.
Nach der überraschenden Schließung im April übernehmen mit Frieder Hoffmann und Sascha Rusch zwei neue Betreiber die Kneipe. Mit Barchef Lars Knorr bleibt zugleich ein bekanntes Gesicht erhalten.
Für die Dresdner Neustadt ist das mehr als die Wiedereröffnung einer weiteren Bar. Die „Hundert“ gehört seit 1990 zur Kneipenkultur des Viertels – und ihr Neustart zeigt zugleich, wie schwierig es geworden ist, etablierte gastronomische Standorte nach wirtschaftlichen Problemen weiterzuführen.
Nach Insolvenz folgt der Neustart
Im April war zunächst Schluss. Die bisherige Betreiber-GmbH war insolvent, anschließend wurde nach einer Lösung für die traditionsreiche Kneipe gesucht. Nun ist sie offenbar gefunden.
Der ehemalige Mitarbeiter Frieder Hoffmann und Sascha Rusch, der neu zum Team stößt, haben eine GbR gegründet und übernehmen den Betrieb. Hinter dem Tresen setzt man dagegen bewusst auf Kontinuität: Lars Knorr, der die „Hundert“ bereits zuvor mitgeprägt hat, bleibt Barchef und soll auch künftig im Keller die Regie übernehmen.
Hoffmann wiederum dürfte vielen Stammgästen ebenfalls bekannt sein. Er war bereits Mitarbeiter der Kneipe und soll künftig vor allem im Erdgeschoss anzutreffen sein.
Das Konzept soll dabei bewusst unkompliziert bleiben.
„Es soll eine einfache, ehrliche Kneipe werden.“
So beschreibt Knorr die geplante Ausrichtung. Bier, Wein und Drinks – kein Schickimicki und zunächst auch kein Essen.
Wir sehen darin eine durchaus interessante Entscheidung. Während sich viele gastronomische Konzepte immer stärker über Speisen, aufwendige Getränkekarten und zusätzliche Angebote positionieren, setzt die „Hundert“ auf das, was sie über Jahrzehnte ausgezeichnet hat: Kneipe sein.
Eine Neustädter Kneipe mit Geschichte
Die Geschichte der „Hundert“ reicht bis ins Jahr 1990 zurück. Ihren Namen verdankt die Kneipe schlicht ihrer Adresse: Alaunstraße 100.
Etabliert wurde sie von Michael Meyhöfer, der das Haus kurz nach der Wende kaufte – damals sah die Umgebung noch deutlich anders aus, das heutige Eckhaus zum Bischofsweg existierte noch nicht.
Später wurde die Gastronomie verpachtet. Café und Weinkeller gingen zeitweise sogar getrennte Wege, bevor Ali Habiballah beide Bereiche wieder zusammenführte.
2018 stieg Erik Baumann ein. Gemeinsam mit Lars Knorr führte er die Kneipe schließlich auch durch die schwierigen Corona-Jahre. Das Gebäude wird inzwischen von Tobias Meyhöfer, dem Sohn des Gründers, verwaltet.
Damit hat die „Hundert“ in mehr als drei Jahrzehnten verschiedene Betreiber, Konzepte und wirtschaftlich schwierige Zeiten erlebt – und trotzdem ihren Platz in der Neustadt behauptet.
Wiedereröffnung zum 1. September geplant
Ganz abgeschlossen sind die Vorbereitungen noch nicht. Bevor wieder ausgeschenkt werden kann, muss aufgeräumt und an einigen Stellen investiert werden. Unter anderem soll das Kassensystem erneuert werden.
Als Termin für den Neustart wird der 1. September 2026 angestrebt.
Auch bei den Öffnungszeiten zeichnet sich bereits ein Modell ab. Geplant sind voraussichtlich zwei Ruhetage pro Woche, wahrscheinlich Sonntag und Montag. An den übrigen Tagen soll die Kneipe ab 19 Uhr öffnen.
Perspektivisch könnten außerdem wieder kleinere Konzerte stattfinden. Dafür ist eine Zusammenarbeit mit dem Verein „Super Fest“ angedacht.
Crowdfunding soll beim Neustart helfen
Dass eine Wiedereröffnung nach einer Insolvenz nicht allein mit neuen Schlüsseln und einem gefüllten Kühlschrank erledigt ist, zeigt auch die Finanzierung.
Für den Neustart läuft eine Crowdfunding-Kampagne unter dem Titel „Die 100 – Neustart“. Damit soll Unterstützung für die Wiederaufnahme des Betriebs mobilisiert werden.
Gerade dieser Punkt macht die Geschichte aus unserer Sicht auch wirtschaftlich interessant. Eine bestehende Kneipe verfügt zwar über Bekanntheit, Stammgäste und einen etablierten Standort – gleichzeitig bedeutet ein Neustart Investitionen, bevor der erste reguläre Umsatz erzielt wird.
Warum die Wiedereröffnung für die Neustadt wichtig ist
Die Dresdner Neustadt lebt gastronomisch nicht allein von neuen Konzepten. Mindestens genauso wichtig sind Orte, die über Jahrzehnte gewachsen sind und Teil der Identität eines Viertels geworden sind.
Wir sehen die Wiedereröffnung der „Hundert“ deshalb als positives Signal für die Kneipenkultur der Neustadt. Nach der Insolvenz hätte die Geschichte des Standorts ebenso gut beendet sein können. Stattdessen wagen bekannte und neue Akteure gemeinsam einen Neustart.
Aus unserer Sicht ist dabei gerade der Verzicht auf ein komplett neues Hochglanzkonzept bemerkenswert. Die Betreiber wollen offenbar nicht aus der „Hundert“ etwas anderes machen, sondern an dem festhalten, wofür der Laden bekannt geworden ist.
Für Dresden bedeutet das, dass ein seit 1990 bestehender gastronomischer Standort erhalten bleibt und nicht einfach aus dem Nachtleben der Neustadt verschwindet.
Für die Region ist die Entwicklung relevant, weil sie beispielhaft zeigt, vor welchen Herausforderungen inhabergeführte Kneipen stehen: Selbst bekannte Betriebe mit jahrzehntelanger Geschichte sind nicht automatisch wirtschaftlich abgesichert. Gleichzeitig können bestehende Strukturen, Stammgäste und erfahrene Mitarbeiter die Grundlage für einen Neustart bilden.
Die Redaktion von Lust auf Dresden begleitet die Entwicklung der Dresdner Gastronomie und Hotellerie seit mehreren Jahren und steht regelmäßig im Austausch mit Betrieben, Verbänden und Branchenvertretern. Dabei beobachten wir immer wieder, wie stark sich steigende Kosten, verändertes Ausgehverhalten und wirtschaftliche Unsicherheit gerade auf klassische Kneipen und kleinere gastronomische Betriebe auswirken.
Umso spannender wird sein, ob das bewusst einfache Konzept der „Hundert“ funktioniert.
Unser Fazit
Eine Insolvenz muss nicht zwangsläufig das Ende eines gastronomischen Standorts bedeuten. In der Alaunstraße 100 übernehmen Menschen, die den Betrieb teilweise bereits kennen, Verantwortung für den Neustart. Gleichzeitig bleibt mit Lars Knorr ein prägendes Gesicht der Kneipe erhalten.
Das könnte ein entscheidender Vorteil sein: Die neue „Hundert“ muss ihre Geschichte nicht neu erfinden.
Jetzt kommt es darauf an, den Neustart wirtschaftlich auf solide Beine zu stellen und gleichzeitig genau jene Atmosphäre zu bewahren, wegen der Gäste seit Jahrzehnten in den Hinterhof der Alaunstraße 100 kommen.
Wir werden beobachten, wie sich die „Hundert“ nach der geplanten Wiedereröffnung entwickelt – und ob aus dem Neustart wieder eine langfristige Erfolgsgeschichte wird.
Die HundertAlaunstraße 10001099 Dresden-Neustadt
Geplante Wiedereröffnung: 1. September 2026Öffnungszeiten: voraussichtlich Dienstag bis Samstag ab 19 Uhr; Sonntag und Montag RuhetageAngebot: Bier, Wein und Drinks; zunächst keine SpeisenPerspektive: kleinere Konzerte und Veranstaltungen geplant
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Diskussionsfrage:
Braucht die Dresdner Neustadt wieder mehr klassische, unkomplizierte Kneipen – oder hat sich das Ausgehverhalten inzwischen dauerhaft verändert?
Tags:
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Autor:
Redaktion Lust auf Dresden
Redaktionshinweis:
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI bei Recherche, Strukturierung und Textvorbereitung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft und bearbeitet.











