Gastgewerbe 2026: Das müssen Hoteliers und Gastronomen jetzt wissen
- Redaktion Lust auf Dresden

- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit

Der Jahreswechsel 2026 markiert für das deutsche Gastgewerbe einen echten Wendepunkt. Auf der einen Seite sorgt die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen endlich für Planungssicherheit. Auf der anderen Seite steigen Kosten und Anforderungen durch Mindestlohn, Energiepreise und neue Verwaltungsprozesse weiter an.
Für Gastgeber heißt das: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die eigenen Strukturen, Kalkulationen und Prozesse zu überprüfen.
Dauerhafte Senkung der Umsatzsteuer auf Speisen
Die wichtigste Entlastung kommt bei der Besteuerung:Ab dem 1. Januar 2026 gilt dauerhaft der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent auf Speisen in Restaurants, Cafés und Kantinen.
👉 Wichtig für die Praxis:
Die Regelung gilt ausschließlich für Speisen
Getränke bleiben bei 19 Prozent
Take-away und Verzehr vor Ort werden steuerlich gleichbehandelt
Nach Jahren wechselnder Regelungen schafft diese Entscheidung endlich Kalkulationssicherheit – ein zentraler Wunsch der Branche.
Steigende Personalkosten: Mindestlohn, Minijobs & Sozialabgaben
Parallel zur steuerlichen Entlastung steigen die Kosten im Personalbereich weiter:
Mindestlohn ab 1.1.2026: 13,90 € pro Stunde
Bereits beschlossen für 2027: 14,60 € pro Stunde
Minijob-Grenze: 603 € monatlich
Auch Auszubildende profitieren:
Mindestvergütung im 1. Lehrjahr: 724 € monatlich
Zusätzlich steigen die Beitragsbemessungsgrenzen:
Rentenversicherung: 8.450 € / Monat
Krankenversicherung: 5.812,50 € / Monat
Für Betriebe mit gut verdienenden Fach- und Führungskräften bedeutet das höhere Lohnnebenkosten. Viele Krankenkassen haben zudem Zusatzbeitragserhöhungen angekündigt.
Aktivrente & Ehrenamt: Neue Spielräume im Personalmanagement
Ein interessantes Instrument gegen den Fachkräftemangel ist die neue Aktivrente:
Beschäftigte im Rentenalter dürfen bis zu 2.000 € monatlich steuerfrei hinzuverdienen
Gilt nicht für Minijobs und Selbstständige
Auch ehrenamtliches Engagement wird attraktiver:
Übungsleiterpauschale: 3.300 €
Ehrenamtspauschale: 960 €
Für Gastronomie und Hotellerie ergeben sich hier neue Möglichkeiten – etwa für Schulungen, Vereinskooperationen oder Veranstaltungen.
Digitalisierung in der Lohnabrechnung & weniger Bürokratie
Ab Herbst 2025 werden bestimmte Papierprozesse abgeschafft:
Bescheinigungen zur privaten Krankenversicherung entfallen
Arbeitgeber rufen Daten künftig digital über ELStAM ab
Das erfordert angepasste Lohn- und Abrechnungsprozesse, reduziert aber langfristig Verwaltungsaufwand.
Eine spürbare Entlastung:
Künstlersozialabgabe sinkt 2026 auf 4,9 %
Bagatellgrenze steigt von 700 € auf 1.000 €
Wer nur gelegentlich mit selbstständigen Künstlern, Musikern oder Kreativen arbeitet, bleibt damit häufiger abgabefrei.
Energie, Mobilität & laufende Kosten
Auch 2026 bleiben Energiepreise ein zentraler Kostenfaktor:
CO₂-Preis: Anstieg auf 55–65 € pro Tonne
Fossile Brennstoffe verteuern sich weiter
Positiv: Wegfall der Gasspeicherumlage ab Januar
Für Mitarbeiter relevant:
Deutschlandticket: steigt auf 63 € monatlich
Pendlerpauschale: dauerhaft 38 Cent pro Kilometer ab dem ersten Kilometer
Neue Pflichten bei Personalgewinnung & Verbraucherschutz
Betriebe, die Personal aus Drittstaaten rekrutieren, müssen ab 2026:
Neue Mitarbeiter in Textform über kostenlose Beratungsangebote informieren
Auf regionale Stellen zu Arbeits- und Sozialrecht hinweisen
Im Verbraucherschutz kommen ebenfalls Neuerungen:
Honigkennzeichnung: Ab 14. Juni 2026 müssen alle Ursprungsländer mit prozentualem Anteil angegeben werden
Lachgas-Verkauf: Voraussichtlich ab April 2026 verboten für Minderjährige – relevant für Kioske, Event- und Szenegastronomie
Unser Fazit
2026 bringt dem Gastgewerbe echte Entlastung bei der Mehrwertsteuer, gleichzeitig aber steigende Kosten und neue Pflichten. Wer jetzt frühzeitig plant, Lohnmodelle prüft und Prozesse digital aufstellt, kann die neuen Rahmenbedingungen strategisch nutzen – statt nur zu reagieren.
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Hinweis: Dieser Beitrag wurde auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen erstellt und journalistisch eigenständig aufbereitet. Einzelne Angaben orientieren sich an Berichten aus regionalen Medien, insbesondere zur aktuellen Entwicklung in der deutschen Gastrolandschaft.












