Dynamo Dresden - Fantreffen einmal anders
- Redaktion Lust auf Dresden

- 21. Mai 2023
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Juli 2023

Dresden, 22.05.2023
Spielen gegen die Profis, für viele Fans ist das ein lange gehegter Traum. Genau dieser Wunsch ging für eine ausgewählte Anzahl an Fans Anfang des Jahres in Erfüllung. Ende Januar fand das Gemeinschaftsspiel gegen Drittliga-Profis bei einem Dynamo-Spieleabend im Rudolf-Harbig-Stadion statt. Was erwartete die Teilnehmer vor Ort? Und warum ist die Organisation von Veranstaltungen wie dieser so beflügelnd für Fans als auch Profis?
Gemeinschaftsspiel gegen die Profis
An einem Freitagabend war es so weit. Das Rudolf-Harbig-Stadion öffnete seine Tore für ein ganz besonderes Fan-Event. In den VIP-Logen des schwarz-gelben-Vereinsgebäudes fand der erste Dynamo-Spieleabend zwischen Fans der Mannschaft und den Profis selbst statt. Über den Abend hinweg wurde eine Vielzahl an Gemeinschaftsspielen gespielt, bei denen sich die Fans gegen die Drittliga-Profis der SGD messen konnten. Zum Einsatz kamen Brett- und Kartenspiele, wie beispielsweise Monopoly, DY-NA-MO oder Dobble, auf die sich viele der Spieler bereits im Vorhinein bestmöglich vorbereiteten. Inhaltlich informierten sich deshalb möglicherweise einige besonders motivierte Fans schon vorab über eine Vielzahl an Spielregeln zu gängigen Karten- und Brettspielen, wie beispielsweise Siedler von Catan, Risiko, Rommé oder Poker Regeln.
Unter den teilnehmenden Profis war beispielsweise Michael Martin, der großen Spaß an Gemeinschaftsspielen findet. Auf übliche Brett- und Kartenspiele in dynamischer Version freute sich aber nicht nur der Fußballer Martin, sondern auch andere Spieler aus dem aktuellen Drittliga-Kader der SGD. Mit welchem Spieler man am Tisch spielte, wurde per Zufall entschieden, dadurch konnte auch ein gewisser Überraschungseffekt erzielt werden, der bei den Teilnehmenden gut ankam.
Anmelden konnte sich die Fangemeinde des Vereins über ein Anmeldeformular direkt auf der Website des Vereins. Das Event fiel in eine Reihe an Veranstaltungen der Sportgemeinde Dynamo Dresden, die bereits seit 70 Jahren Bestand in der Dresdner Sportszene feiert. Zu den bekannten Szenetreffs in Dresden stehen das Fanhaus, ein Fanprojekt des Vereins. Hier können sich die Dynamo-Fans auch außerhalb von Events zu ihrem liebsten Fußballclub austauschen.
Veranstaltungen anderer Sportvereine
Events dieser Art sind in der deutschen Sportlandschaft noch selten zu sehen. Besonders die großen, international erfolgreichen Mannschaften scheitern hier oft an den zeitlichen Ressourcen. Meist wird aber auch der Einfluss auf die Beliebtheit unterschätzt, die durch solche privaten Events im kleinen Rahmen genommen werden kann.
Ein anderer deutscher Verein, des viel Fanarbeit leistet, ist der 1. FC Union. Der FC Union Berlin hat erkannt, dass seine Fans ein wichtiger Teil des Erfolgs sind und versteht sie als Vereinsfamilie. Nicht zuletzt, weil Fans häufig neben der Unterstützung im Stadion auch ehrenamtlich organisatorische Tätigkeiten übernehmen. Deshalb legt der Berliner Verein, großen Wert auf den direkten Kontakt zu seinen Fans. Jedes Jahr gibt es mehrere Kontaktpunkte, bei denen Fans ihren Stars im privaten Setting begegnen können, wie beispielsweise das Elixiertreffen, bei dem Fans aus aller Welt einmal im Jahr zusammen kommen. Bis zu 800 treue Anhänger kommen bei dem Event zusammen.
Die meisten anderen Veranstaltung im Rahmen der FC Union entstanden aus Faninitiativen. Turniere wie das Drachencupturnier oder das Eiserncupturnier sind jedes Jahr wieder gut besuchte Veranstaltungen. Aufgrund der großen Teilnehmerzahl ist aber auch der Verein selbst mittlerweile in die Organisation involviert. Der Verein zeigt genauso wie die Dresdner Drittliga, dass Veranstaltungen rund um den Club sich nicht nur um den kleinen Lederball drehen müssen. Mit Events wie „UNION LÄUFT“ bestätigen sie diese These, denn bei dem jährlichen Event im Stadion „An der Alten Försterei“ nehmen seit 2017 eine Vielzahl an Läufer und Läuferinnen teil. Auch die Bowling-Veranstaltung kommt bei den Fans extrem gut an. Selbst für die weniger sportlich aktiven Fans wird jedes Jahr einiges geboten, denn der Verein veranstaltet mittlerweile auch ein eigenes Theaterevent und ein gemeinsames Weihnachtssingen. Der Fantasie sind hier also keine Grenzen gesetzt.
Andere Vereine setzen auf Interview-Formate, bei denen Fußballer zu den Vereinstreffen kommen und ihren Fans die brennendsten Fragen beantworten. Ein anderes klassisches Format sind die Vereinstreffen mit Führung durch die heiligen Hallen des Clubs. Selbst unkomplizierte Fantreffen, bei denen lediglich ein großes Partyzelt gebraucht wird und besonders die gemeinsame Zeit mit anderen Fans im Fokus steht, sind sehr beliebt bei den Vereinsmitgliedern. Auch an den kleinen Fantreffen nehmen nicht selten auch Teamspieler teil. Wichtig ist es für den Erfolg dieser Events, echte Berührungspunkte zwischen Profis und Fans zu schaffen, das haben mittlerweile die meisten Vereine verstanden.
Vorteile der Organisation solcher Fan-Events
Dass immer mehr Vereine die beliebten Fan-Events ausrichten, liegt vor allem daran, dass den Verein stützen. Die treuen Fans sind oft ehrenamtliche Helfer der Clubs. Das gilt vor allem für die kleineren oder weniger erfolgreichen Mannschaften. Die Fußballer können sich deshalb auf ihre Spiele und das Training konzentrieren, weil Fans Bereiche wie Organisation und Logistik freiwillig unterstützen. Nicht selten haben Drittliga-Vereine bei ihren Busfahrten zu auswärtigen Matches treue Fans am Steuer sitzen, die ihre Stars zu den wichtigen Matches begleiten und eine tragende Rolle im System übernehmen. Die für die Fans ausgerichteten Veranstaltungen sind daher auch ein Dankeschön an sie und für die Steigerung der Motivation auch weiterhin mitzuhelfen oft maßgeblich.
Ein weiterer Vorteil ist der Ausbau der Fanbase. Je nahbarer die Spieler, desto mehr werden sie zum Publikumsliebling, das zeigt sich sowohl bei Weltklasse-Mannschaften, als auch bei Drittligisten. Dazu reicht oftmals eine gemietete Halle oder die offene Tür im Vereinsgebäude. Die Fußballfans erwarten weder große Bewirtung noch spezielle Angebote, die meisten von ihnen wollen, einfach über den geliebten Sport sprechen und das am liebsten mit den Profis selbst. Clubs wie die Dynamos aus Dresden, aber auch stärkere Vereine wie der FC Union Berlin setzen regelmäßig auf solche Veranstaltungen und sie machen sich bezahlt.
Der Spieleabend im Rudolf-Harbig-Stadion ist das perfekte Beispiel für ein gelungenes Event, das wenig Budget bedarf und dennoch große Wirkung zeigt. Noch jetzt sprechen viele Fans des Teams über die gelungene Veranstaltung und auch Dynamo Dresden plant bestimmt eine Fortsetzung. Auch, weil die Fußballer selbst richtig Spaß an der Veranstaltung hatten. Fußballclubs, die das Potenzial dieser Feste erkennen und einmal damit gestartet haben, etablieren die besonderen Events rasch in ihrem Jahresplan. Die große Beliebtheit und Bedeutung solcher Feiern erkennt man auch daran, dass es kaum Teams gibt, die sie nicht abhalten. Allein die Art der Austragung macht den Unterschied. Während einige Vereine auf einen Mix aus großen Events im Bierzelt und kleinen sehr persönlichen Veranstaltungen setzen, gibt es auch Verbände, die lediglich auf eine der beiden Varianten setzen. Egal wie, die Fans freuen sich über die Möglichkeit und auch den Vereinen eröffnen sie neue Möglichkeiten.













